Buchhaltung für Einzelunternehmen: Steuerberater oder Buchhalter?

Aktualisiert am 22. Oktober 2026 4 Min. Lesezeit
Hand mit Stift analysiert Zahlen auf Papier, daneben Taschenrechner und Laptop
Foto: RDNE Stock project / Pexels

Die meisten Einzelunternehmen und EPU machen eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, eine Bilanz brauchst du laut USP vor allem als GmbH oder ab größeren Umsätzen. Die laufende Buchhaltung darf auch ein Bilanzbuchhalter oder eine Buchhalterin machen, die Steuererklärungen sind laut WKO den Steuerberater:innen vorbehalten. Kosten: laut veröffentlichten Preislisten meist ab etwa 95 € netto im Monat für laufende Buchhaltung und rund 500 bis 850 € netto im Jahr für Abschluss und Steuererklärung eines kleinen Einzelunternehmens.

Das solltest du vorab klären

  • Rechtsform: Einzelunternehmen, freier Beruf oder GmbH?
  • Umsatz im Vorjahr und in diesem Jahr ungefähr einschätzen
  • Kleinunternehmer:in oder Umsatzsteuer? (entscheidet über UVA und Aufwand)
  • Wie viele Belege pro Monat, Mitarbeiter:innen ja oder nein?
  • Was machst du selbst: Belege sammeln, Buchungen, Software?
Richtpreise für Buchhaltung und Abschluss
LeistungPreisEinheit
Laufende Buchhaltung, Mindestbetragab ca. 95 €pro Monat
Einnahmen-Ausgaben-Rechnung mit Steuererklärung, kleines Einzelunternehmen500–850 €pro Jahr
Jahresabschluss (Bilanz), kleine GmbHab 1.850–2.200 €pro Jahr
Lohnverrechnung25–30 €pro Dienstnehmer:in und Monat
Richtwerte, in der Regel netto zuzüglich 20 % USt, Stand 2025/2026, aus veröffentlichten Preislisten österreichischer Kanzleien (siehe Ratgeber Steuerberater Kosten). Kein Angebot, Preise hängen von Belegmenge und Branche ab.

Einnahmen-Ausgaben-Rechnung oder Bilanz?

Laut USP musst du als Einzelunternehmen oder Personengesellschaft erst buchführen (doppelte Buchhaltung mit Bilanz), wenn der Umsatz die Grenzen überschreitet: 700.000 € in zwei aufeinanderfolgenden Jahren oder einmalig über 1.000.000 €. Darunter genügt in der Regel die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung. Sie ist einfacher: Einnahmen und Ausgaben werden erfasst, dazu führst du laut USP Aufzeichnungen wie Wareneingangsbuch und Anlagenverzeichnis.

Eine GmbH muss laut USP unabhängig vom Umsatz doppelt buchführen und einen Jahresabschluss mit Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung erstellen. Freie Berufe haben laut USP keine Buchführungspflicht und können freiwillig bilanzieren.

Einzelunternehmen und EPU: was bleibt für die Buchhaltung?

Ein EPU mit Einnahmen-Ausgaben-Rechnung braucht keine laufende Bilanzbuchhaltung. Viele machen die Belegsammlung selbst, führen eine einfache Tabelle oder Software und geben am Jahresende Unterlagen an die Steuerberatung. Das hält die Kosten niedrig. Wer die laufende Buchhaltung auslagert, zahlt einen Monatsbetrag, in den gesehenen Listen ab etwa 95 bis 100 € netto.

Als Kleinunternehmer:in entfallen laut USP in der Regel Umsatzsteuervoranmeldung und Umsatzsteuererklärung, das spart Aufwand. Die Einkommensteuererklärung bleibt. Die Regeln dazu im Ratgeber zur Kleinunternehmerregelung und zu Steuern für Selbstständige.

Steuerberater, Bilanzbuchhalter, Buchhalter: wer darf was?

Bilanzbuchhalter:in, Buchhalter:in und Personalverrechner:in sind laut WKO Berufsberechtigungen nach dem Bilanzbuchhaltungsgesetz 2014 (BiBuG 2014), keine Gewerbe im Sinn der Gewerbeordnung. Buchhalter:innen dürfen laut WKO unter anderem die Geschäftsbuchhaltung und die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, Personalverrechner:innen die Lohnverrechnung, Bilanzbuchhalter:innen haben den weitesten Umfang bis zur Bilanz bestimmter Größen.

Die Jahressteuererklärungen (Einkommen-, Umsatz-, Körperschaftsteuer) sind laut WKO Steuerberater:innen vorbehalten, ebenso die Vertretung vor dem Finanzamt, mit Ausnahmen wie Umsatzsteuer-Voranmeldungen. Unterschiede im Detail stehen im Ratgeber Steuerberater Kosten.

  • Nur Buchhaltung, Bilanz bis zu einer Größe: Bilanzbuchhaltung reicht oft.
  • Steuererklärung, Steuerbescheid prüfen, Vertretung vor dem Finanzamt: Steuerberatung.
  • Lohnverrechnung: Personalverrechner:in, Bilanzbuchhalter:in oder Steuerberatung.

Was du für das Geld bekommst

Frag im Angebot genau nach, was in der Pauschale steckt. Typische Bausteine laut den gesehenen Preislisten:

  • Laufende Buchhaltung: Kontieren und Buchen der Belege, oft inklusive Umsatzsteuer-Voranmeldung
  • Jahresabschluss: Einnahmen-Ausgaben-Rechnung oder Bilanz
  • Einkommensteuer- oder Körperschaftsteuererklärung
  • Lohnverrechnung für Mitarbeiter:innen, pro Person und Monat verrechnet
  • Einmalige Kosten zum Start, etwa Übernahme der Vertretung und Geldwäscheprüfung, bei einer Wiener Kanzlei 330 € und 110 €

Selber machen oder auslagern?

Selber buchen spart Geld, kostet aber Zeit und Fehlerrisiko. Auslagern lohnt sich, wenn dir Buchhaltung nicht liegt, die Belegmenge groß ist oder du Mitarbeiter:innen hast. Ein gemischtes Modell ist üblich: Belege selbst sammeln, Buchhaltung und Abschluss extern, oder du buchst selbst und die Steuerberatung macht nur den Abschluss und die Erklärung.

Wenn du jemanden suchst, kannst du deinen Fall einmal beschreiben und Angebote von Kanzleien vergleichen.

Häufige Fragen

›Was kostet Buchhaltung für ein Einzelunternehmen?

Laufende Buchhaltung kostet in den gesehenen Preislisten ab etwa 95 € netto im Monat, dazu kommt der Jahresabschluss mit Steuererklärung, meist 500 bis 850 € netto im Jahr. Mit eigener Belegverwaltung bleibst du günstiger.

›Brauche ich als EPU einen Steuerberater oder reicht ein Buchhalter?

Die laufende Buchhaltung und die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung darf auch ein Buchhalter oder Bilanzbuchhalter machen. Für die Einkommensteuererklärung brauchst du laut WKO eine Steuerberatung, oder du gibst sie selbst über FinanzOnline ab.

›Wann muss ich eine Bilanz machen?

Laut USP als GmbH immer, als Einzelunternehmen ab 700.000 € Umsatz in zwei Jahren hintereinander oder einmalig über 1.000.000 €. Freie Berufe sind laut USP nicht buchführungspflichtig.

›Was ist der Unterschied zwischen Bilanzbuchhalter und Steuerberater?

Bilanzbuchhalter:innen machen Buchhaltung und Bilanzen bis zu bestimmten Größen. Steuererklärungen und die Vertretung vor dem Finanzamt sind laut WKO Steuerberater:innen vorbehalten.

›Brauche ich für Buchhaltung ein Gewerbe?

Wenn du Buchhaltung als Beruf für andere machst, gelten laut WKO die Regeln des Bilanzbuchhaltungsgesetzes, keine Gewerbeordnung. Für deine eigene Buchhaltung brauchst du nichts davon. Im Einzelfall frag die WKO.

Buchhaltung und Steuerberatung vergleichen

Kennst gerade niemanden, der das kann? Kein Problem: Beschreib einmal, was du brauchst, und wer sich auskennt und Zeit hat, meldet sich mit einem Angebot. Kostenlos, ohne Provision.

„Einzelunternehmen (Beratung, freies Gewerbe), ca. 30 Belege im Monat, Kleinunternehmer. Suche jemanden für die laufende Buchhaltung und den Jahresabschluss mit Einkommensteuererklärung 2026. Bitte Monatspauschale und Preis für den Abschluss getrennt nennen.“

Kostenlos jemanden finden

Quellen & Stand

Alle Angaben ohne Gewähr: Preise sind unverbindliche Richtwerte, rechtliche Hinweise allgemeine Informationen. Zuletzt geprüft am 22. Oktober 2026. Für deinen Einzelfall frag bei der zuständigen Stelle, einem Anwalt oder Steuerberater nach.

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