Google-Alternativen aus Europa: Suche, Gmail, Drive, Maps und Browser

Für fast jeden Google-Dienst gibt es eine europäische Alternative: Ecosia oder Qwant statt Google-Suche, Posteo, mailbox.org oder Tuta statt Gmail, Nextcloud oder kDrive statt Google Drive, Organic Maps oder OsmAnd statt Google Maps. Am leichtesten wechselst du die Suchmaschine und den Mail-Anbieter. Bei Karten, Fotos und dem Android-Handy selbst bleibt Google im Alltag oft schwer zu ersetzen.
Google ersetzen: die Reihenfolge, die sich bewährt
- Daten sichern mit dem Google-Datenexport (Takeout)
- Suchmaschine im Browser umstellen (5 Minuten)
- Neuen Mail-Anbieter wählen, Weiterleitung von Gmail einrichten
- Kalender und Kontakte exportieren und importieren
- Dateien aus Google Drive in die neue Cloud verschieben
- Karten-App mit Offline-Karten für Österreich testen
- Google-Konto erst löschen, wenn alles umgezogen und gesichert ist
Europäische Suchmaschinen: Ecosia, Qwant, Startpage
Ecosia ist ein Berliner Unternehmen. Die Ergebnisse kamen lange von Microsoft Bing, laut techbook.de flossen 2024 nach Firmenangaben 80 Prozent der Werbeeinnahmen in Baumpflanzprojekte. Qwant beschreibt sich als französische Suchmaschine, in Europa gehostet, die keine Suchdaten speichert. Beide bauen gemeinsam über das Joint Venture European Search Perspective (EUSP) einen eigenen europäischen Suchindex namens Staan, der laut TechCrunch im August 2025 in Betrieb ging. Laut onlinemarketing.de liefert Ecosia seit August 2026 auch in Deutschland Ergebnisse aus diesem Index. Wie viel davon in Österreich ankommt, ist nicht veröffentlicht.
Startpage sitzt in Den Haag (Niederlande) und zeigt laut Wikipedia seit 2009 bezahlte Google-Ergebnisse, aber ohne deine Suchen zu speichern. Eigentümerin ist die niederländische Surfboard Holding BV, an der die Privacy One Group des US-Werbetechnikunternehmens System1 seit 2019 eine Mehrheitsbeteiligung hält. Wer Google-Qualität ohne Tracking will, ist hier richtig, ganz unabhängig von Google ist Startpage aber nicht.
Gmail-Alternative: Mail-Anbieter aus Europa
Für den Alltag gibt es mehrere solide Mail-Anbieter mit Sitz in Deutschland: Posteo aus Berlin kostet laut Website 1 € im Monat, ist werbefrei und verlangt bei der Anmeldung keine persönlichen Daten. mailbox.org aus Berlin bietet laut Preisseite für Privatpersonen einen Light-Tarif um 1 € im Monat bei jährlicher Zahlung, mehr Speicher und Office gibt es im Standard-Tarif. Tuta (Tutao GmbH, Hannover) hat einen Gratis-Tarif mit 1 GB Speicher und einem Kalender und setzt auf Verschlüsselung. GMX gehört zur deutschen 1&1 Mail & Media GmbH und hat ein Gratis-Postfach mit kostenpflichtigen Upgrades.
Proton Mail ist bekannt für Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die Firma sitzt aber in Genf, also in der Schweiz und nicht in der EU. Mehr Details zu Mail-Anbietern stehen im Artikel zu E-Mail-Anbietern aus Europa.
Google Drive, Docs und Kalender ersetzen
Für Dateien und gemeinsame Dokumente ist Nextcloud die bekannteste Open-Source-Lösung aus Deutschland. Als Privatperson nutzt du sie meist über einen Anbieter, der Nextcloud für dich betreibt, oder über das Drive, das bei manchen Mail-Anbietern dabei ist (bei mailbox.org ab dem Standard-Tarif 10 GB). Infomaniak aus der Schweiz bietet eine kostenlose kSuite mit Mail und kDrive, gehostet laut Anbieter in der Schweiz. Proton Drive gehört ebenfalls zu einem Schweizer Unternehmen.
Kalender und Kontakte laufen bei Posteo, mailbox.org, Tuta, Proton und Nextcloud mit. Am Handy bindest du sie meist über die Standards CalDAV und CardDAV ein, bei Tuta und Proton über deren eigene Apps.
Google Maps Alternative: Karten auf OpenStreetMap-Basis
Die meisten Karten-Alternativen nutzen OpenStreetMap, eine freie Weltkarte, die Freiwillige pflegen. Organic Maps (Organic Maps OÜ, Estland) ist eine Open-Source-App für Wandern, Radfahren und Autofahren, die laut Website alle Funktionen ohne aktive Internetverbindung bietet, inklusive Sprachnavigation und CarPlay- und Android-Auto-Unterstützung. OsmAnd (OsmAnd B.V., Niederlande) ist eine weitere Karten- und Navigations-App auf OpenStreetMap-Basis.
Ehrlich gesagt: Für Wanderwege, Radrouten und Offline-Navigation sind diese Apps stark. Bei Öffnungszeiten, Fotos und Bewertungen von Lokalen und Geschäften hängt die Qualität davon ab, ob jemand die Daten in OpenStreetMap eingetragen hat. Viele Leute behalten Google Maps deshalb für die Lokalsuche und navigieren mit einer OpenStreetMap-App.
Chrome ersetzen: Browser mit europäischem Bezug
Bei Browsern ist die Auswahl aus Europa klein. Vivaldi kommt von Vivaldi Technologies aus Oslo (Norwegen, im EWR, aber nicht in der EU) und basiert wie Chrome auf Chromium. Der Mullvad Browser wurde laut Mullvad gemeinsam mit dem Tor Project entwickelt, um Tracking und Fingerprinting zu erschweren. Mullvad ist ein schwedisches Unternehmen.
Firefox ist eine Alternative, die nicht auf Chromium basiert. Er kommt aber von Mozilla aus San Francisco, also aus den USA. Für viele ist er trotzdem eine gute Wahl, weil er Open Source ist und nicht von Google stammt. Egal welchen Browser du nimmst: Die Standardsuchmaschine stellst du in den Einstellungen selbst ein.
Umzug von Google Schritt für Schritt
Plane einen Nachmittag für den Grundumzug ein und danach ein paar Wochen, in denen du überall die neue Mail-Adresse einträgst.
- 1
Daten exportieren
Im Google-Konto den Datenexport (Takeout) starten und Mail, Drive, Kalender, Kontakte und Fotos auswählen. Laut Google bleiben die Daten dabei auf den Google-Servern, bis du sie selbst löschst.
- 2
Mail und Kontakte importieren
Beim neuen Anbieter die Kontakte als vCard-Datei und den Kalender als .ics-Datei importieren. Alte Mails per IMAP-Import oder über ein Mailprogramm übertragen.
- 3
Dateien hochladen
Die Drive-Dateien aus dem Export in die neue Cloud laden. Öffne danach ein paar Dokumente und Tabellen und prüf, ob Formatierung und Formeln passen.
- 4
Adressen ändern
Bank, Versicherung, Behörden (z. B. ID Austria, FinanzOnline), Online-Shops und Vereine auf die neue Adresse umstellen.
- 5
Konto aufräumen
Erst wenn alles läuft: Daten bei Google löschen oder das Konto schließen. Am Android-Handy brauchst du für den Play Store weiterhin ein Google-Konto.
Häufige Fragen
›Welche europäische Suchmaschine ist eine gute Alternative zu Google?
Ecosia (Deutschland) und Qwant (Frankreich) bauen gemeinsam einen europäischen Suchindex auf. Startpage (Niederlande) zeigt Google-Ergebnisse ohne Tracking. Am besten probierst du zwei davon mit deinen eigenen Suchen aus.
›Was ist eine gute Gmail-Alternative aus Europa?
Zum Beispiel Posteo (1 € im Monat, Berlin), mailbox.org (Berlin), Tuta (Gratis-Tarif, Hannover) oder GMX. Proton Mail ist sehr verschlüsselungsstark, sitzt aber in der Schweiz, also außerhalb der EU.
›Gibt es eine Google Maps Alternative ohne Google?
Ja, Organic Maps und OsmAnd nutzen OpenStreetMap und funktionieren auch offline. Für Wandern und Navigation sind sie gut, bei Öffnungszeiten und Bewertungen von Geschäften sind sie meist weniger vollständig als Google Maps.
›Ist Ecosia wirklich unabhängig von Google und Bing?
Noch nicht ganz. Ecosia hat lange Bing-Ergebnisse genutzt und stellt laut Berichten schrittweise auf den gemeinsam mit Qwant entwickelten Index Staan um, seit August 2026 auch in Deutschland.
›Kann ich ein Android-Handy ganz ohne Google nutzen?
Für die meisten Menschen nicht ohne Abstriche, weil der Play Store ein Google-Konto braucht. Du kannst aber Suche, Mail, Kalender, Cloud und Karten auf europäische Dienste umstellen und Google nur noch für den Play Store verwenden.
Hilfe beim Umzug von Google?
Kennst gerade niemanden, der das kann? Kein Problem: Beschreib einmal, was du brauchst, und wer sich auskennt und Zeit hat, meldet sich mit einem Angebot. Kostenlos, ohne Provision.
„Pensionistin in Klagenfurt möchte von Gmail und Google Drive auf einen europäischen Anbieter umsteigen. Gesucht: jemand, der zu Hause an Laptop und Android-Handy die neue Mail-Adresse einrichtet, Kontakte, Kalender und Fotos überträgt und kurz erklärt, wie alles funktioniert. Etwa 2 Stunden.“
Kostenlos jemanden findenQuellen & Stand
Alle Angaben ohne Gewähr: Preise sind unverbindliche Richtwerte, rechtliche Hinweise allgemeine Informationen. Zuletzt geprüft am 22. Oktober 2026. Für deinen Einzelfall frag bei der zuständigen Stelle, einem Anwalt oder Steuerberater nach.
- techbook.de: Was steckt hinter Ecosia?
- TechCrunch: Qwant und Ecosia starten den Suchindex Staan (August 2025)
- onlinemarketing.de: Ecosia mit eigenem Index in Deutschland
- Qwant: Startseite
- Wikipedia: Startpage
- Startpage: Datenschutzerklärung (Surfboard Holding BV)
- Posteo: Startseite und Preis
- mailbox.org: Preise
- Tuta: Preise
- GMX: Impressum
- Infomaniak: kSuite
- Organic Maps
- OsmAnd: Datenschutzerklärung
- Wikipedia: Vivaldi Technologies
- Mullvad: Mullvad VPN und Tor Project starten den Mullvad Browser
- Wikipedia: Mullvad
- Mozilla: Rechtliche Hinweise
- Google-Konto-Hilfe: Google-Daten herunterladen


