Betrugsmaschen per SMS und Telefon: erkennen und richtig reagieren

Aktualisiert am 22. Oktober 2026 5 Min. Lesezeit
Smartphone auf einem Holztisch zeigt eine Warnmeldung wegen Betrugs
Foto: RDNE Stock project / Pexels

Die häufigsten Betrugsmaschen in Österreich laufen per SMS, WhatsApp oder Anruf: gefälschte Paket- und Finanzamt-Nachrichten, „Hallo Mama, das ist meine neue Nummer“, falsche Polizisten und angebliche Bankmitarbeiter. Alle setzen auf Zeitdruck und einen Link oder eine Freigabe in der Banking-App. Ist es schon passiert: sofort die Bank anrufen, dann Anzeige bei der Polizei.

Notfall-Checkliste: Geld überwiesen oder Daten eingegeben

  • Sofort die Bank anrufen (Nummer von Karte oder offizieller Website), Überweisung stoppen lassen
  • Karte oder Konto sperren lassen
  • Betroffene Passwörter ändern, Zwei-Faktor-Anmeldung einschalten
  • Beweise sichern: Screenshots, Nachrichten, Nummern, Überweisungsbeleg
  • Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle, Lichtbildausweis mitnehmen
  • Keinen weiteren Kontakt mit den Tätern
  • Familie warnen, besonders ältere Angehörige

Paket-SMS und Finanzamt-SMS: die Klassiker

Eine SMS von „der Post“, DPD oder GLS: Das Paket kann nicht zugestellt werden, die Hausnummer fehlt, bitte hier bestätigen. Laut Watchlist Internet werden solche Nachrichten massenhaft verschickt, in der Hoffnung, dass gerade jemand auf ein Paket wartet. Der Link führt auf eine nachgebaute Seite, die Kartendaten abgreift oder eine Zahlungsfreigabe in der Banking-App auslöst.

Dasselbe Spiel mit dem Finanzamt: Steuerrückerstattung, auslaufende FinanzOnline-ID, offene Forderung. Das Finanzministerium stellt klar, dass die Finanzverwaltung niemals nach Passwörtern, Kreditkartendaten oder Kontoinformationen fragt. Echte Bescheide kommen per Post oder in die FinanzOnline-Databox.

„Hallo Mama, das ist meine neue Nummer“

Eine Nachricht von unbekannter Nummer: Das Handy ist kaputt, das ist die neue Nummer, bitte auf WhatsApp weiterschreiben. Laut Watchlist Internet fragen die Täter dann, ob du zu Hause bist, erfinden eine dringende Rechnung und drängen auf eine Echtzeitüberweisung bis zu einer bestimmten Uhrzeit. Anrufe weichen sie aus.

Warnzeichen: Der Schreibstil passt nicht zu deinem Kind, und der Name des Kontoinhabers ist ein fremder. Ruf dein Kind auf der alten, bekannten Nummer an, bevor du irgendetwas tust.

Falsche Polizisten und Schockanrufe

Jemand ruft an und gibt sich als Polizist aus: In der Nachbarschaft seien Einbrecher festgenommen worden, dein Geld sei auf der Bank nicht mehr sicher, oder ein Angehöriger habe einen Unfall verursacht und brauche eine Kaution. Laut Polizei Niederösterreich (via noe.ORF.at) zielen diese Anrufe vor allem auf ältere Menschen, die angezeigte Nummer kann gefälscht sein.

Die Polizei verlangt laut eigenen Warnungen niemals Bargeld, Schmuck, eine Kaution oder Wertgegenstände zur Verwahrung. Leg auf, ruf Angehörige auf der bekannten Nummer an oder die Polizei unter 133. Zum Nachfragen bei verdächtigen Anrufen nennt die Polizei die Servicenummer 059 133.

Anruf von der „Bank“: Spoofing

Zuerst kommt eine SMS wegen einer verdächtigen Überweisung, dann ruft eine angebliche Bankmitarbeiterin an. Auf dem Display steht sogar die echte Nummer deiner Bank. Laut Watchlist Internet sollst du dann in der Banking-App eine Freigabe bestätigen, um die Überweisung zu „stornieren“. In Wahrheit gibst du damit eine Zahlung an die Täter frei.

Banken fragen laut Watchlist Internet nie per Telefon, SMS oder E-Mail nach TAN, PIN oder Passwort. Leg auf und ruf deine Bank selbst an, über die Nummer auf deiner Karte oder der offiziellen Website.

Kleinanzeigen-Betrug bei willhaben und Co.

Du verkaufst etwas, ein Käufer will sofort zahlen und schickt einen Link zu „Sicher bezahlen“ oder einer angeblichen Testzahlung. Laut Watchlist Internet bauen Kriminelle die Zahlungsseiten der Plattformen nach. Wer dort Kartendaten eingibt oder eine „Testzahlung“ freigibt, zahlt direkt an die Täter.

  • Bleib im Chat der Plattform, wechsle nicht auf WhatsApp oder SMS
  • Als Verkäufer:in gibst du nie Kartendaten ein, um Geld zu bekommen
  • Keine „Testzahlungen“ freigeben, auch nicht für angeblichen Support
  • Web-Adresse genau prüfen, bevor du irgendwo Daten eingibst

So erkennst du Betrug in drei Fragen

Watchlist Internet empfiehlt drei Prüffragen: Passt die Nachricht zu etwas, das du wirklich gemacht hast, etwa einer Bestellung? Würde eine echte Firma oder Behörde so handeln, also per Link nach Daten fragen und eine Frist setzen? Und kannst du das unabhängig prüfen, über die offizielle App, Website oder eine bekannte Nummer?

Fast alle Maschen arbeiten mit Druck: jetzt sofort, sonst Sperre, Strafe oder Unglück. Genau dieser Druck ist das stärkste Warnsignal.

Schon passiert: das tust du jetzt

Zuerst die Bank. Laut oesterreich.gv.at solltest du bei Phishing sofort deine Bank kontaktieren und das Konto sperren lassen. Je schneller, desto eher lässt sich eine Überweisung noch stoppen. Ändere danach die Passwörter, die du preisgegeben hast, und schalte wo möglich die Zwei-Faktor-Anmeldung ein.

Dann die Anzeige: Laut Watchlist Internet ist sie bei jeder Polizeidienststelle kostenlos. Nimm einen Lichtbildausweis und alle Beweise mit, also Screenshots, Chatverläufe, Überweisungsbelege. Die Meldestelle des Bundeskriminalamts erreichst du unter against-cybercrime@bmi.gv.at. Verdächtige Nachrichten kannst du bei Watchlist Internet melden, damit andere gewarnt werden.

Wenn du dir beim Absichern von Handy oder Online-Banking unsicher bist, hol dir jemanden, der sich auskennt, zum Beispiel über eine Technik-Hilfe vor Ort.

Häufige Fragen

›Was tun, wenn ich auf einen Link in einer Betrugs-SMS geklickt habe?

Seite sofort schließen, nichts eingeben. Hast du Daten eingegeben, ruf deine Bank an, ändere die Passwörter und beobachte dein Konto. Bei Schaden Anzeige bei der Polizei.

›Kann ich mein Geld nach einer Überweisung an Betrüger zurückbekommen?

Manchmal, wenn du sehr schnell bist. Ruf sofort deine Bank an, damit sie die Überweisung stoppen oder zurückfordern kann. Echtzeitüberweisungen sind laut Watchlist Internet kaum zurückzuholen.

›Schickt das Finanzamt SMS mit Links?

Laut Finanzministerium fragt die Finanzverwaltung nie nach Passwörtern, Karten- oder Kontodaten. Bescheide kommen per Post oder in die FinanzOnline-Databox.

›Wie erkenne ich die „Hallo Mama“-Masche?

Unbekannte Nummer, angeblich kaputtes Handy, schneller Wechsel zu WhatsApp, dann eine dringende Zahlung an ein fremdes Konto. Ruf dein Kind auf der alten Nummer an.

›Holt die Polizei Geld oder Schmuck zur Sicherheit ab?

Nein. Die Polizei verlangt laut eigenen Warnungen niemals Bargeld, Schmuck oder Wertgegenstände zur Verwahrung. Leg auf und ruf 133.

›Wo melde ich Internetbetrug in Österreich?

Anzeige bei jeder Polizeidienststelle, Meldungen an die Cybercrime-Meldestelle against-cybercrime@bmi.gv.at, verdächtige Seiten und Nachrichten bei Watchlist Internet.

Handy und Online-Banking absichern lassen

Kennst gerade niemanden, der das kann? Kein Problem: Beschreib einmal, was du brauchst, und wer sich auskennt und Zeit hat, meldet sich mit einem Angebot. Kostenlos, ohne Provision.

„Meine Mutter (76) hat auf eine Paket-SMS geklickt. Bank ist informiert. Suche jemanden, der ihr Smartphone in Graz-Andritz durchschaut, Passwörter neu setzt und ihr zeigt, wie sie solche Nachrichten erkennt. Ein Termin von ca. zwei Stunden.“

Kostenlos jemanden finden

Quellen & Stand

Alle Angaben ohne Gewähr: Preise sind unverbindliche Richtwerte, rechtliche Hinweise allgemeine Informationen. Zuletzt geprüft am 22. Oktober 2026. Für deinen Einzelfall frag bei der zuständigen Stelle, einem Anwalt oder Steuerberater nach.

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