Was ist ein Webshop und wie sieht er aus?

Aktualisiert am 16. Oktober 2026 7 Min. Lesezeit
Laptop auf einem Holzregal zeigt eine bunte Online-Shop-Seite
Foto: Ivan S / Pexels

Ein Webshop ist eine Website, auf der Kund:innen Produkte ansehen, in einen Warenkorb legen, bezahlen und eine Lieferung auslösen, ohne dass du jede Bestellung per E-Mail abwickeln musst. Fast jeder Shop besteht aus denselben Bausteinen: Katalog, Produktseite, Warenkorb, Checkout mit Zahlung und Versand sowie optional ein Kundenkonto. Wer in Österreich an Verbraucher verkauft, braucht in der Regel zusätzlich ein vollständiges Impressum, Bruttopreise, eine Widerrufsbelehrung und laut WKO seit 1. Oktober 2026 einen Widerrufsbutton.

Das braucht ein Webshop in Österreich

  • Gewerbeberechtigung, beim Warenverkauf in der Regel das Handelsgewerbe
  • Impressum mit den Angaben nach § 5 ECG und Offenlegung nach § 25 MedienG
  • Preise inklusive USt und Hinweis, ob Versandkosten enthalten sind
  • Widerrufsbelehrung, Muster-Widerrufsformular und Widerrufsbutton „Vertrag widerrufen“
  • Bestellbutton mit „zahlungspflichtig bestellen“
  • Zahlungsarten und Lieferbeschränkungen spätestens zu Beginn der Bestellung
  • Datenschutzerklärung und, falls nötig, Cookie-Einwilligung
  • Optional: AGB, dann vor der Bestellung abrufbar

Die Bausteine eines Webshops

Egal ob du Shopify, WooCommerce oder ein anderes System nimmst: Die Bausteine sind überall gleich. Wer sie kennt, kann ein Angebot von einer Webdesignerin oder einem Entwickler besser lesen und weiß, was im Preis stecken sollte.

  • Katalog: Startseite und Kategorieseiten, auf denen die Produkte als Kacheln mit Bild, Name und Preis stehen, dazu Filter (Größe, Farbe, Preis) und eine Suche.
  • Produktseite: Fotos, Beschreibung, Produktmerkmale, Varianten wie Größe oder Farbe, Preis inklusive USt, Lieferzeit und der Button „In den Warenkorb“.
  • Warenkorb: Übersicht der gewählten Artikel mit Menge, Zwischensumme und Versandkosten, oft mit Feld für Gutscheincodes.
  • Checkout: Adresse, Versandart, Zahlungsart, Zusammenfassung und der Bestellbutton. Hier entscheidet sich, ob Kund:innen kaufen oder abbrechen.
  • Zahlungsarten: zum Beispiel Kreditkarte, PayPal, Klarna, eps-Überweisung, Apple Pay oder Google Pay, oder Vorkasse und Rechnung.
  • Versand: Versandkosten nach Gewicht, Pauschale oder Gratisversand ab einem Betrag, Anbindung an einen Paketdienst für Etiketten und Sendungsverfolgung.
  • Kundenkonto: Bestellübersicht, gespeicherte Adressen, Rechnungen. Bestellen als Gast sollte trotzdem möglich bleiben.
  • Verwaltung (Backend): Produkte anlegen, Bestellungen bearbeiten, Lagerstand, Rechnungen und Retouren. Das sehen Kund:innen nie, du arbeitest aber täglich damit.

So sieht ein typischer Shop aus

Oben steht eine Kopfzeile mit Logo links, Suchfeld in der Mitte und rechts den Symbolen für Kundenkonto und Warenkorb. Darunter liegt die Navigation mit den Hauptkategorien. Auf der Startseite folgen ein großes Bild oder Banner mit dem aktuellen Angebot, dann ausgewählte Produkte oder Kategorien als Kacheln.

Die Kategorieseite zeigt links oder oben die Filter und daneben ein Raster aus Produktkacheln, am Handy meist zwei pro Reihe. Die Produktseite hat links die Bildergalerie und rechts Name, Preis, Variantenauswahl und den Warenkorb-Button, darunter Beschreibung, Merkmale und Bewertungen. Am Handy rutscht alles untereinander, der Warenkorb-Button bleibt oft unten fix sichtbar.

Ganz unten steht die Fußzeile mit Impressum, AGB, Datenschutz, Widerrufsbelehrung, Versand- und Zahlungsinfos und Kontakt. Diese Links müssen von jeder Seite aus erreichbar sein, deshalb stehen sie dort.

Der Checkout ist bewusst schlicht: wenige Felder, keine Ablenkung, oft in zwei oder drei Schritten (Adresse, Versand und Zahlung, Überprüfen). Ein kleiner Shop mit 20 Produkten braucht keine aufwendige Startseite, aber einen Checkout, der am Handy ohne Hängen funktioniert.

Gewerbe und Impressum: die Grundlagen

Für einen Webshop gibt es kein eigenes Gewerbe. Die Gewerbeordnung gilt aber auch online: Wer Waren regelmäßig und mit Gewinnabsicht verkauft, braucht laut WKO in der Regel das Handelsgewerbe, und zwar schon ab dem ersten Angebot. Ausgenommen sind laut WKO etwa Waffen, Munition, Pyrotechnik, Gifte, Arzneimittel und Tabak, die eigenen Regeln unterliegen. Die Anmeldung geht laut USP online über das Unternehmensserviceportal mit ID Austria oder bei der Bezirkshauptmannschaft bzw. dem Magistrat.

Das Impressum nach § 5 ECG enthält Name oder Firma, die geografische Anschrift, Kontaktdaten inklusive E-Mail, sofern vorhanden Firmenbuchnummer und Firmenbuchgericht, die Aufsichtsbehörde, die Kammer und die anwendbaren Berufsvorschriften sowie, falls vorhanden, die UID-Nummer. Dazu kommt die Offenlegung nach § 25 MedienG mit Name, Unternehmensgegenstand und Wohnort oder Sitz. Beides kann auf einer gemeinsamen Seite stehen. Eine fehlende Offenlegung kann laut USP mit bis zu 20.000 € bestraft werden.

Preise, Bestellbutton und Bestellbestätigung

Gegenüber Verbrauchern gibst du laut WKO nach dem Preisauszeichnungsgesetz grundsätzlich Bruttopreise in Euro an, also inklusive USt und aller Abgaben. Bei Waren, die nach Gewicht oder Volumen verkauft werden, gehört der Grundpreis dazu, etwa pro Kilogramm oder Liter. Das E-Commerce-Gesetz (§ 5 Abs. 2 ECG) verlangt außerdem den Hinweis, ob Versandkosten enthalten sind.

Unmittelbar vor dem Bestellbutton müssen laut WKO nach § 8 Abs. 1 FAGG die wesentlichen Merkmale der Ware, der Gesamtpreis samt Versandkosten und gegebenenfalls Laufzeit und Kündigung noch einmal hervorgehoben stehen. Ein Link reicht dafür nicht. Spätestens zu Beginn des Bestellvorgangs musst du angeben, wohin du lieferst und welche Zahlungsarten du akzeptierst.

Nach der Bestellung bekommt die Kundin eine Empfangsbestätigung (§ 10 Abs 2 ECG). Spätestens mit der Lieferung müssen laut WKO die Vertragsinformationen, Widerrufsbelehrung und Widerrufsformular auf einem dauerhaften Datenträger ankommen, etwa als PDF in der E-Mail oder auf Papier beim Paket. Ein Link auf die Website zählt nach Ansicht der WKO nicht.

Rücktrittsrecht und der neue Widerrufsbutton

Verbraucher können Online-Käufe laut § 11 FAGG grundsätzlich innerhalb von 14 Kalendertagen ohne Begründung widerrufen. Bei Waren beginnt die Frist mit dem Erhalt, bei mehreren getrennt gelieferten Teilen mit dem letzten. Ausnahmen gibt es unter anderem für Maßanfertigungen, verderbliche Ware und versiegelte Hygieneartikel nach dem Öffnen. Den Kaufpreis samt Standardversand musst du binnen 14 Tagen zurückzahlen. Die Rücksendekosten trägt der Kunde nur, wenn du vorher klar darauf hingewiesen hast.

Fehlt die Widerrufsbelehrung, verlängert sich die Frist laut WKO um zwölf Monate. Neu seit 1. Oktober 2026 ist laut WKO § 13a FAGG (Verbraucherrechte-Änderungsgesetz 2026): Für Verträge über eine Online-Oberfläche brauchst du zusätzlich zum Muster-Widerrufsformular eine Online-Rücktrittsfunktion. Sie ist mit „Vertrag widerrufen“ beschriftet, während der ganzen Frist leicht erreichbar und führt zu einem Bestätigungsschritt „Widerruf bestätigen“. Danach schickst du sofort eine Eingangsbestätigung mit Datum und Uhrzeit.

AGB, Datenschutz und Barrierefreiheit

AGB sind laut WKO keine Pflicht. Wenn du welche verwendest, müssen Kund:innen sie vor der Bestellung abrufen können, üblich ist ein Link mit Hinweis direkt im Checkout. Vorlagen aus Deutschland beziehen sich auf deutsches Recht, achte auf eine österreichische Fassung.

Eine Datenschutzerklärung brauchst du in jedem Fall, weil du Namen, Adressen und Zahlungsdaten verarbeitest. Für Analyse- und Marketing-Cookies brauchst du in der Regel eine Einwilligung. Das Barrierefreiheitsgesetz gilt laut WKO seit 28. Juni 2025 auch für Webshops. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Mio. € Jahresumsatz oder Bilanzsumme sind als Dienstleister in der Regel ausgenommen. Wer wachsen will, plant Barrierefreiheit trotzdem gleich mit, ein späterer Umbau ist aufwendiger.

Wenn du den Shop nicht selbst aufsetzen willst: Beschreib einmal, was du verkaufst und was der Shop können muss, und vergleiche die Angebote von Webdesigner:innen, die gerade Zeit haben. Dafür brauchst du keinen Bekannten, der jemanden kennt. Die rechtlichen Texte lässt du am besten von der WKO-Rechtsberatung oder einer Anwältin prüfen.

Häufige Fragen

›Was ist der Unterschied zwischen Website und Webshop?

Eine Website informiert, ein Webshop wickelt den Kauf ab: Warenkorb, Zahlung, Versand und Bestellbestätigung laufen automatisch. Viele Shopsysteme enthalten beides, also normale Seiten wie „Über uns“ und den Shop.

›Brauche ich für einen Webshop einen Gewerbeschein?

Wer Waren regelmäßig und mit Gewinnabsicht verkauft, braucht laut WKO in der Regel das Handelsgewerbe, und zwar ab dem ersten Angebot. Entscheidend sind Selbstständigkeit, Regelmäßigkeit und Ertragsabsicht. Im Zweifel fragst du bei der Gewerbebehörde oder der WKO nach.

›Muss der Bestellbutton wirklich „zahlungspflichtig bestellen“ heißen?

Die WKO empfiehlt genau diese Formulierung. Erlaubt ist auch eine gleich eindeutige wie „kostenpflichtig bestellen“. Reines „Bestellen“ oder „Weiter“ reicht nicht, dann ist die Bestellung für Kund:innen nicht bindend.

›Wie lange haben Kund:innen ein Rücktrittsrecht?

In der Regel 14 Kalendertage ab Erhalt der Ware. Fehlt die Widerrufsbelehrung, verlängert sich die Frist um zwölf Monate. Für Maßanfertigungen und verderbliche Ware gibt es laut FAGG grundsätzlich kein Rücktrittsrecht.

›Was ist der Widerrufsbutton?

Laut § 13a FAGG müssen Online-Shops für Verträge ab 1. Oktober 2026 eine gut sichtbare Funktion „Vertrag widerrufen“ anbieten, über die Kund:innen online zurücktreten können. Nach der Bestätigung musst du sofort eine Eingangsbestätigung schicken.

›Sind AGB für einen Webshop Pflicht?

Laut WKO nein. Wenn du AGB verwendest, sollten sie aber vor der Bestellung abrufbar und in den Bestellvorgang eingebunden sein.

Webshop aufsetzen lassen: Angebote vergleichen

Kennst gerade niemanden, der das kann? Kein Problem: Beschreib einmal, was du brauchst, und wer sich auskennt und Zeit hat, meldet sich mit einem Angebot. Kostenlos, ohne Provision.

„Ich verkaufe handgemachte Keramik (ca. 40 Produkte, teils in zwei Farben) und brauche einen einfachen Webshop: Zahlung mit Karte, PayPal und eps, Versand mit der Post innerhalb Österreichs und nach Deutschland, Widerrufsbutton und Bestellbutton nach österreichischem Recht. Produktfotos habe ich. Bitte mit Einschulung, damit ich Produkte selbst anlegen kann.“

Kostenlos jemanden finden

Quellen & Stand

Alle Angaben ohne Gewähr: Preise sind unverbindliche Richtwerte, rechtliche Hinweise allgemeine Informationen. Zuletzt geprüft am 16. Oktober 2026. Für deinen Einzelfall frag bei der zuständigen Stelle, einem Anwalt oder Steuerberater nach.

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