Wärmepumpe Arten im Vergleich: Luft, Erdwärme oder Grundwasser?

Luft-Wasser ist die günstigste und am einfachsten einzubauende Wärmepumpe, Sole-Wasser (Erdwärme) und Wasser-Wasser (Grundwasser) kosten mehr, arbeiten aber effizienter. Laut Conversio Energie liegt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus inklusive Einbau bei rund 12.000 bis 25.000 €, eine Erdwärmepumpe mit Tiefenbohrung bei 20.000 bis 35.000 € und eine Grundwasser-Wärmepumpe bei 20.000 bis 32.000 €. Welche Art passt, hängt vor allem von Grundstück, Heizsystem und Budget ab.
| Leistung | Preis | Einheit |
|---|---|---|
| Luft-Wasser | 12.000–30.000 € | pauschal |
| Sole-Wasser mit Tiefenbohrung | 20.000–45.000 € | pauschal |
| Sole-Wasser mit Flächenkollektor | 18.000–30.000 € | pauschal |
| Wasser-Wasser (Grundwasser), inkl. Brunnen | 20.000–35.000 € | pauschal |
| Stromkosten Luft-Wasser, Beispielhaus 15.000 kWh Wärme | ca. 1.250 € | pro Jahr |
| Stromkosten Erdwärme (Tiefenbohrung), gleiches Haus | ca. 940 € | pro Jahr |
Luft-Wasser-Wärmepumpe: günstig und schnell eingebaut
Sie holt die Wärme aus der Außenluft. Im Garten oder an der Hauswand steht das Außengerät, im Haus sitzen Hydraulik und Regelung. Es braucht keine Bohrung und keine Genehmigung für die Wärmequelle, deshalb ist sie laut Conversio, Bozogul und Neubauer die günstigste Variante und auch im Altbau oft die praktischste.
Der Preis dafür: Sie arbeitet bei Kälte weniger effizient, weil die Wärmequelle dann kälter ist. Laut Land Oberösterreich hängt die Effizienz stark von der Außentemperatur ab. Conversio nennt eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,0 bis 4,0. Dazu kommt der Lärm vom Außengerät, Abstand und Aufstellort sind wichtig, mehr dazu im Hauptartikel zur Wärmepumpe.
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme): Tiefenbohrung oder Flächenkollektor
Die Erdwärmepumpe nutzt die Wärme des Erdreichs, das laut Neubauer HLS ganzjährig etwa 8 bis 12 °C hat. Ein Sole-Kreislauf bringt diese Wärme ins Haus. Es gibt zwei Bauformen. Bei der Tiefenbohrung gehen Sonden rund 100 bis 150 m in die Tiefe, laut Neubauer ist die wasserrechtliche Bewilligung dort im Preis enthalten. Beim Flächenkollektor liegen die Rohre flach im Garten, dafür braucht es laut Neubauer Grundstücksfläche von mindestens dem 1,5-Fachen der Wohnfläche.
Conversio nennt für die Tiefenbohrung eine JAZ von 4,0 bis 5,0 und Anschaffungskosten von 20.000 bis 35.000 €, für den Flächenkollektor 4,0 bis 4,8 und 18.000 bis 30.000 €. Bozogul kommt für Sole-Wasser mit Bohrung auf 28.000 bis 45.000 €, Neubauer auf ab etwa 35.000 € (Bohrung) beziehungsweise ab 28.000 € (Kollektor). Die Spanne ist groß: Frag im Angebot, was die Bohrung und die Genehmigung enthalten.
Beim Kesseltausch des Bundes gibt es laut Informationsblatt (Stand Oktober 2026) für Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen zusätzlich zur Pauschale einen Bonus von bis zu 5.000 € für Tiefenbohrung oder Brunnen. Die Bedingungen stehen im Artikel zur Kesseltausch-Förderung 2026.
Wasser-Wasser-Wärmepumpe: Grundwasser als Quelle
Grundwasser hat laut energiesparhaus.at ganzjährig über etwa 8 °C und erlaubt deshalb eine gute Arbeitszahl. Conversio nennt sogar 5,0 bis 5,5, das sind Bestwerte unter guten Bedingungen. Dafür ist der Aufwand am größten: Laut energiesparhaus.at braucht es zwei Brunnen (Entnahme und Rückgabe), mindestens 10 bis 15 m voneinander entfernt, und im Einfamilienhaus sollen mindestens 2 m³ Grundwasser pro Stunde förderbar sein, was ein Pumpversuch zeigt. Wasserqualität und Menge können sich laut derselben Seite im Lauf der Zeit ändern, und der Wartungsaufwand ist höher.
Eine wasserrechtliche Bewilligung ist nötig. Wie das Verfahren genau läuft und wie lange sie gilt, hängt vom Bundesland ab, die Angaben dazu widersprechen sich teils. Frag bei der Bezirkshauptmannschaft nach und lass den Installateur die Unterlagen vorbereiten.
Preislich nennt Conversio 20.000 bis 32.000 €. Als deutschen Gegencheck nennt reduco.ai 20.000 bis 35.000 € inklusive Gerät, Brunnen und Einbau, davon 8.000 bis 15.000 € für die zwei Brunnenbohrungen, dazu kommen Voruntersuchung, Pumpversuch und Wasseranalyse.
Betriebskosten: Strom und Wartung im Vergleich
Die Stromkosten hängen vom Wärmebedarf und der JAZ ab. Neubauer HLS rechnet für ein Haus mit 150 m² und 15.000 kWh Wärmebedarf bei 0,25 € pro kWh: Luft-Wasser mit einem Wert von 3 etwa 1.250 € im Jahr, Erdwärme mit Tiefenbohrung mit einem Wert von 4 etwa 940 €. Wer mit einem Wert von 5 rechnet, etwa bei Grundwasser unter guten Bedingungen, landet bei 3.000 kWh oder 750 €. Das ist eine eigene Beispielrechnung mit denselben Annahmen, keine Zusage.
Conversio nennt für die Luft-Wasser-Wärmepumpe 3.000 bis 5.000 kWh Strom im Jahr, also 750 bis 1.250 € bei 0,25 €, plus 150 bis 300 € Wartung. Eine deutsche Feldstudie des Fraunhofer ISE mit 77 Anlagen fand laut reduco.ai im Mittel eine JAZ von rund 4,3 bei erdgekoppelten Systemen und rund 3,4 bei Luft-Wasser-Anlagen. Der Unterschied ist real, aber nicht in jedem Haus groß genug, um Mehrkosten bei Anschaffung und Bohrung wieder hereinzuspielen.
Wann passt welche Art?
Für die meisten Altbauten und Sanierungen ist Luft-Wasser der Standard, weil sie ohne Bohrung geht und am wenigsten kostet. Das passt vor allem, wenn dein Budget begrenzt ist und der Aufstellort zum Lärmschutz gegenüber den Nachbarn taugt.
Erdwärme lohnt sich eher, wenn du viel Garten hast oder neu baust, die Bohrung einplanen kannst und lange im Haus bleibst. Grundwasser ist ein Sonderfall: Es passt nur, wenn Grundstück und Wasserlage mitspielen und du den Genehmigungsaufwand in Kauf nimmst.
Unabhängig von der Art gilt: Die Heizung muss mit niedriger Vorlauftemperatur auskommen, die Bundesförderung verlangt höchstens 55 °C. Heizlast, Heizkörper und Dämmung sind wichtiger als die Wahl der Wärmequelle. Wenn du nicht selbst Angebote einholen willst: beschreib Haus, Heizung und Grundstück einmal und vergleiche Angebote von Installateuren aus deiner Nähe.
- Wenig Platz, Altbau, kleines Budget: Luft-Wasser.
- Großer Garten, Neubau oder gründliche Sanierung, langer Horizont: Erdwärme (Kollektor oder Tiefenbohrung).
- Gute Grundwasserlage, Genehmigung machbar: Wasser-Wasser.
Häufige Fragen
›Welche Wärmepumpe ist die beste?
Die beste Wärmepumpe gibt es nicht. Luft-Wasser ist die günstigste und einfachste, Erdwärme und Grundwasser sind im Betrieb sparsamer, kosten aber mehr und brauchen Platz oder eine Genehmigung. Entscheidend sind Heizsystem, Grundstück und Budget.
›Was kostet eine Erdwärmepumpe im Einfamilienhaus?
Laut Conversio Energie rund 20.000 bis 35.000 € mit Tiefenbohrung und 18.000 bis 30.000 € mit Flächenkollektor, inklusive Einbau. Bozogul nennt für Sole-Wasser mit Bohrung 28.000 bis 45.000 €. Dazu kann der Bohrbonus des Kesseltausch-Programms von bis zu 5.000 € kommen (Stand Oktober 2026).
›Was ist besser, Luft-Wasser oder Erdwärme?
Erdwärme hat laut Conversio die höhere Jahresarbeitszahl (4,0 bis 5,0 gegenüber 3,0 bis 4,0) und verbraucht weniger Strom, kostet aber mehr. Luft-Wasser ist günstiger und ohne Bohrung eingebaut. Ob sich der Aufpreis rechnet, hängt von deinem Haus ab.
›Brauche ich für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe eine Genehmigung?
Ja, laut energiesparhaus.at ist eine wasserrechtliche Bewilligung nötig. Das Verfahren läuft über die Behörde des Landes, in der Regel die Bezirkshauptmannschaft. Frag dort nach den aktuellen Anforderungen.
›Was kostet eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe?
Laut Conversio Energie rund 20.000 bis 32.000 € inklusive Einbau. Ein deutscher Gegencheck (reduco.ai) nennt 20.000 bis 35.000 € inklusive Brunnen. Genehmigung und Gutachten können dazukommen.
›Wird jede Wärmepumpenart gefördert?
Beim Kesseltausch des Bundes gibt es laut Informationsblatt (Stand Oktober 2026) bis zu 5.000 € für Luft-Wasser-, Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen, dazu bis zu 5.000 € Bonus für Bohrung oder Brunnen. Voraussetzung ist der Ersatz eines fossilen Systems. Bedingungen können sich ändern, prüf die aktuelle Seite der Sanierungsoffensive.
Wärmepumpe planen: Angebote vergleichen
Kennst gerade niemanden, der das kann? Kein Problem: Beschreib einmal, was du brauchst, und wer sich auskennt und Zeit hat, meldet sich mit einem Angebot. Kostenlos, ohne Provision.
„Einfamilienhaus (Bj. 1985, 150 m², Gasheizung, Heizkörper) bei Wels, Garten ca. 600 m². Suche Installateur für ein Angebot Luft-Wasser und ein Vergleichsangebot Erdwärme (Flächenkollektor oder Tiefenbohrung), jeweils mit Heizlastberechnung, Jahresarbeitszahl und Schallleistungspegel. Energieberatung ist erledigt.“
Kostenlos jemanden findenQuellen & Stand
Alle Angaben ohne Gewähr: Preise sind unverbindliche Richtwerte, rechtliche Hinweise allgemeine Informationen. Zuletzt geprüft am 22. Oktober 2026. Für deinen Einzelfall frag bei der zuständigen Stelle, einem Anwalt oder Steuerberater nach.
- Conversio Energie: Wärmepumpe Kosten Österreich 2026
- Bozogul: Wärmepumpe Kosten Österreich
- Neubauer HLS: Wärmepumpe Kosten 2026
- energiesparhaus.at: Grundwasser als Wärmequelle
- Land Oberösterreich: Wärmepumpen (Energiesparverband)
- Sanierungsoffensive: Informationsblatt Kesseltausch 2026 Neuauflage (Version 10/2026)
- reduco.ai: Grundwasser-Wärmepumpe 2026 (deutsche Quelle, Gegencheck)


