Website mit KI erstellen: Welche Tools taugen und wo die Grenzen sind

Aktualisiert am 16. Oktober 2026 5 Min. Lesezeit
Laptop-Bildschirm mit der Chat-Oberfläche eines KI-Assistenten in dunkler Umgebung
Foto: Matheus Bertelli / Pexels

Mit KI-Baukästen wie Wix, Squarespace, Hostinger, Framer, Durable oder WordPress.com beschreibst du dein Unternehmen in ein paar Sätzen und bekommst in Minuten einen Entwurf mit Seiten, Texten und Bildern. Das reicht für einen schnellen Start, ersetzt aber weder eigene Inhalte noch Impressum und Datenschutzerklärung. Für ein EPU mit einfachem Angebot ist das oft genug, bei Buchung, Shop oder viel Suchmaschinen-Konkurrenz lohnt sich ein Profi.

Bevor du loslegst

  • Kurzbeschreibung: was du anbietest, für wen, in welcher Region, was dich unterscheidet
  • Eigene Fotos von dir, deinem Betrieb und deinen Arbeiten, Logo als Datei
  • Liste der Seiten: z. B. Start, Leistungen, Referenzen, Über mich, Kontakt
  • Echte Angaben: Preise oder Preisrahmen, Öffnungszeiten, Einsatzgebiet, Telefonnummer
  • Wunschdomain prüfen, am besten .at, und auf deinen Namen registrieren
  • Angaben für das Impressum: Firmenwortlaut, Rechtsform, Sitz, Gewerbe, UID-Nummer falls vorhanden
  • Budget für das Abo nach der Probezeit, nicht nur den Aktionspreis
  • Klären, ob und wie du die Seite später exportieren oder umziehen kannst

Diese KI-Baukästen gibt es

Alle großen Baukästen haben inzwischen einen KI-Einstieg. Du tippst ein, was du machst, die KI erstellt Seitenstruktur, Texte, Farben und Bilder, danach bearbeitest du per Drag-and-drop oder im Chat weiter. Die Preise unten stammen von den offiziellen Seiten (Stand Oktober 2026), ändern sich oft und verstehen sich teils netto; einige nennen nur US-Dollar. Prüf vor dem Abschluss die aktuelle Preisseite.

  • Wix: Der KI-Website-Builder ist Teil von Wix Harmony, der KI-Assistent heißt Aria. Starten ist gratis, für eigene Domain und Online-Zahlungen brauchst du ein Premium-Paket. Der alte Wix ADI wurde eingestellt.
  • Squarespace: Blueprint AI erstellt eine mehrseitige Startversion mit Texten, Bildern, Farben und Schriften. 14 Tage Probephase ohne Kreditkarte, danach laut Preisseite z. B. Basic ab 12 bis 17 € im Monat (je nach Zahlungsweise), Core ab 18 bis 24 €, jeweils exklusive USt.
  • Hostinger AI Website Builder: entweder KI-Entwurf und dann manuell bearbeiten oder alles per Chat (Agent-Modus). Die günstigen Monatspreise gelten laut Hostinger bei Zahlung für 48 Monate im Voraus, die Verlängerung kostet ein Vielfaches, beim Premium-Paket laut Preisseite 10,99 statt rund 2,49 US-Dollar im Monat.
  • Framer: eher für Designer, mit KI-Agenten und Credits. Basic 10, Pro 30 US-Dollar im Monat, KI-Übersetzung als Zusatz um 20 US-Dollar pro Sprache.
  • Durable: stark auf KI-Agenten ausgelegt, die auch Blogbeiträge, Social-Media-Texte und Antworten auf Google-Bewertungen schreiben. Bezahlpakete laut Preisseite ab rund 22 bis 25 US-Dollar im Monat.
  • WordPress.com: Der WordPress Agent erstellt Seiten, Layouts, Bilder und Texte und hilft auch nach dem Start im Editor. Webshops kann der KI-Ablauf derzeit nicht, dafür gibt es den Commerce-Plan mit WooCommerce.

Was KI gut kann

Der größte Vorteil ist der Start. Statt vor einer leeren Seite zu sitzen, hast du in Minuten einen Aufbau, an dem du weiterarbeiten kannst. Auch beim Texten hilft KI: aus Stichworten einen lesbaren Absatz machen, eine Leistung kürzer beschreiben, Überschriften vorschlagen, Texte ins Englische übersetzen.

Bilder kann die KI erzeugen oder Stockfotos vorschlagen. Für Hintergründe und Symbolbilder ist das brauchbar. Für alles, was Vertrauen schaffen soll, also du selbst, dein Team, deine Arbeiten, nimm echte Fotos.

Was KI schlecht kann

Rechtstexte: Impressum und Offenlegung nach E-Commerce-Gesetz und Mediengesetz, Datenschutzerklärung und Cookie-Hinweise hängen an deiner Rechtsform und an den Tools, die auf der Seite laufen. Ein KI-Text dafür ist eine Vorlage, kein geprüfter Rechtstext. Die WKO bietet Muster für das Impressum nach Rechtsform.

Suchmaschinen: KI setzt Seitentitel und Beschreibungen, aber keine Strategie. Welche Begriffe deine Kunden in deiner Region suchen, wie du dich im Google-Unternehmensprofil zeigst und welche Unterseiten du dafür brauchst, musst du selbst wissen oder dir zeigen lassen.

Eigenständigkeit: Viele KI-Entwürfe sehen ähnlich aus und klingen gleich. Wenn deine Konkurrenz denselben Baukasten nutzt, unterscheidet dich nur, was du selbst hineinschreibst. Erfundene Angaben kommen auch vor: Prüf jeden Satz, ob er stimmt, vor allem Zahlen, Ausbildungen und Leistungen.

Datenschutz und Serverstandort

Was du in die KI eintippst, landet beim Anbieter. Gib keine Kundendaten, Gesundheitsdaten oder Passwörter ein. Für die fertige Website gilt: Kontaktformular, Statistik, Buchungstool und eingebettete Karten verarbeiten personenbezogene Daten, und das muss in deiner Datenschutzerklärung stehen.

Schau in den Datenschutzbestimmungen nach, wo der Anbieter sitzt und wo die Daten liegen. Manche große Baukästen sitzen außerhalb der EU, und nicht jeder lässt dich den Serverstandort wählen; Näheres steht in den Datenschutzbestimmungen des Anbieters. Hosting in der EU macht die Datenschutzerklärung einfacher, ist aber kein Muss.

Wann ein Profi sinnvoll ist und wer sich auskennt

Mit KI selbst bauen passt, wenn du eine Visitenkarte im Netz brauchst, Zeit hast und gern selbst Hand anlegst. Ein Profi lohnt sich bei Terminbuchung, Webshop, mehreren Sprachen, starker lokaler Konkurrenz bei Google oder wenn die Website Anfragen bringen soll und du keine Zeit zum Feilen hast. Viele Webdesigner arbeiten heute selbst mit KI und sind dadurch schneller und günstiger als früher.

Infrage kommen Freelancer (oft günstig, ein Ansprechpartner), Agenturen (Design, Technik, Text und SEO zusammen, eher teurer) und lokale Webdesigner, die deine Region und Branche kennen. Wenn du niemanden kennst: Beschreib dein Vorhaben einmal und lass dir Angebote von Leuten schicken, die gerade Kapazität haben.

  • Portfolio auf dem Handy öffnen: Lädt die Seite schnell, ist sie gut lesbar, funktionieren Formular und Telefonnummer?
  • Ein, zwei Referenzkunden anrufen: Können sie Texte selbst ändern, wie schnell kommen Antworten?
  • Fragen, mit welchem System gebaut wird und ob du später den Anbieter wechseln kannst
  • Impressum und Datenschutzerklärung der Referenzseiten ansehen: Sind sie vollständig?

Häufige Fragen

›Kann ich eine Website komplett mit KI erstellen?

Einen brauchbaren Entwurf ja, in wenigen Minuten. Fertig ist sie damit nicht: Texte prüfen, eigene Fotos einsetzen, Impressum und Datenschutzerklärung ergänzen und Domain verbinden musst du selbst.

›Was kostet eine Website mit KI-Baukasten?

Ausprobieren ist meist gratis. Zum Veröffentlichen mit eigener Domain brauchst du in der Regel ein Bezahlpaket, bei Squarespace laut Preisseite etwa ab 12 € im Monat exklusive USt bei jährlicher Zahlung. Achte auf Verlängerungspreise: Aktionspreise gelten oft nur für die erste Laufzeit.

›Darf ich das Impressum von der KI schreiben lassen?

Als Entwurf ja, verantwortlich bist trotzdem du als Betreiber. Vergleiche es mit den WKO-Mustern für deine Rechtsform und ergänze alle Pflichtangaben nach E-Commerce-Gesetz und Mediengesetz.

›Findet Google eine KI-Website?

Grundsätzlich ja. Laut Google Search Central bewertet Google die Qualität der Inhalte, unabhängig davon, ob sie mit KI erstellt wurden. Austauschbare Texte ohne eigene Informationen haben aber wenig Chancen. Konkrete Leistungen, Region, Preise und echte Referenzen helfen mehr als lange KI-Texte.

›Kann ich später zu einem Webdesigner wechseln?

Texte und Bilder kannst du immer mitnehmen. Ob sich das Design übertragen lässt, hängt vom System ab, bei Baukästen meist nicht. Ein Webdesigner baut die Seite dann neu, oft auf WordPress.

Lieber jemanden, der das kann?

Kennst gerade niemanden, der das kann? Kein Problem: Beschreib einmal, was du brauchst, und wer sich auskennt und Zeit hat, meldet sich mit einem Angebot. Kostenlos, ohne Provision.

„Habe mit einem KI-Baukasten einen Entwurf für meine Website als Fotografin (Nebengewerbe) gebaut. Suche jemanden, der Texte, Impressum, Datenschutzerklärung, Google-Unternehmensprofil und Kontaktformular prüft und die .at-Domain verbindet. Ca. 3 bis 5 Stunden, gern per Fernwartung.“

Kostenlos jemanden finden

Quellen & Stand

Alle Angaben ohne Gewähr: Preise sind unverbindliche Richtwerte, rechtliche Hinweise allgemeine Informationen. Zuletzt geprüft am 16. Oktober 2026. Für deinen Einzelfall frag bei der zuständigen Stelle, einem Anwalt oder Steuerberater nach.

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