Photovoltaik Kosten in Österreich: 5 und 10 kWp, mit Speicher, Förderung 2026

Aktualisiert am 22. Oktober 2026 9 Min. Lesezeit
Techniker montiert ein Solarmodul auf einem Hausdach
Foto: Kindel Media / Pexels

Eine schlüsselfertige PV-Anlage auf dem Einfamilienhaus kostet in Österreich 2026 laut infina und Conversio meist 1.000 bis 1.800 € pro kWp, eine typische 10-kWp-Anlage also grob 12.000 bis 18.000 €. Ein Speicher kommt mit rund 4.000 bis 10.000 € dazu. Den Nullsteuersatz gibt es laut BMF nicht mehr, es gelten wieder 20 % USt; der EAG-Investitionszuschuss beträgt 2026 laut Wirtschaftsministerium 150 € pro kWp bis 10 kWp.

Richtwerte Photovoltaik für Ein- und Zweifamilienhäuser in Österreich
LeistungPreisEinheit
PV-Anlage schlüsselfertig, ohne Speicher1.000–1.800 €pro kWp
5-kWp-Anlage ohne Speicher7.000–10.000 €pauschal
5-kWp-Anlage mit Speicher12.000–18.000 €pauschal
10-kWp-Anlage ohne Speicher12.000–18.000 €pauschal
Stromspeicher, je nach Größe4.000–10.000 €zusätzlich
10 kWp mit 10-kWh-Speicher18.000–25.000 €pauschal
Netzzutrittsentgelt bis 20 kW10 €pro kW
Laufende Kosten (Wartung, Versicherung)200–400 €pro Jahr
Wechselrichter tauschen, einmal in der Lebensdauer1.000–2.500 €pauschal
Richtwerte ohne Gewähr, Stand Oktober 2026, vor Abzug von Förderungen. Quellen: infina.at (2026) und Conversio Energie (Ratgeber 2026, Erfahrungswerte aus eigenen Anlagen; die Zeile 5 kWp mit Speicher nennt Conversio mit 12.000 bis 18.000 €, infina kommt mit 5.000 bis 10.000 € für die Anlage plus 5.000 bis 10.000 € für den Speicher auf eine ähnliche, breitere Spanne); Netzzutrittsentgelt laut E-Control-Leitfaden Netzanschluss (Stand November 2024, nach ElWOG 2010), den aktuellen Betrag nennt dein Netzbetreiber. Seit 1. April 2025 sind wieder 20 % USt fällig, ob ein Angebot brutto oder netto ist, steht nicht immer dabei: frag nach.

Was kostet eine PV-Anlage für das Einfamilienhaus: 5 kWp, 10 kWp, mit Speicher

Laut Conversio Energie kostet eine 5-kWp-Anlage inklusive Montage ohne Speicher rund 7.000 bis 10.000 €, mit Speicher rund 12.000 bis 18.000 €. Für 10 kWp nennt Conversio 12.000 bis 18.000 € ohne und 18.000 bis 25.000 € mit Speicher. infina.at rechnet für 5 kWp mit 5.000 bis 10.000 € und weist den Speicher mit weiteren 5.000 bis 10.000 € aus. Alle Werte sind Richtwerte, vor Förderung.

Eine 5-kWp-Anlage bringt laut Conversio rund 4.500 bis 5.500 kWh im Jahr und braucht etwa 25 bis 35 m² Dach. Sie passt zu einem Haushalt mit durchschnittlichem Verbrauch. Mit Wärmepumpe oder E-Auto ist eher die größere Anlage sinnvoll. Die Frage, ob und wann sich ein Speicher lohnt, hat einen eigenen Artikel: PV-Anlage 5 und 10 kWp mit Speicher.

Wovon der Preis abhängt

Die Module selbst sind heute nur ein Teil der Rechnung. Kostentreiber sind Unterkonstruktion, Verkabelung, Wechselrichter, Gerüst und der Umbau im Zählerkasten. Weil diese Fixkosten bei jeder Anlage anfallen, wird der Preis pro kWp mit der Größe günstiger.

Ein Flachdach braucht Aufständerung, ein Ziegeldach mit vielen Gauben mehr Montagezeit, ein alter Zählerkasten muss oft komplett erneuert werden. Für 1 kWp brauchst du laut Conversio je nach Modul etwa 5 bis 7 m² Dachfläche, eine 10-kWp-Anlage belegt also grob 50 bis 70 m².

Ein Speicher hebt den Eigenverbrauch laut Conversio von rund 30 % auf bis zu 80 %. Er lohnt sich vor allem, wenn abends viel Strom gebraucht wird, etwa für Wärmepumpe oder E-Auto. Er rechnet sich in der Regel langsamer als die Anlage selbst, laut infina oft erst nach 10 bis 15 Jahren.

Umsatzsteuer: kein Nullsteuersatz mehr

Laut BMF galt von 1. Jänner 2024 an für PV-Module auf oder bei Wohngebäuden bis 35 kWp ein Umsatzsteuersatz von 0 %. Mit dem Budgetsanierungsmaßnahmengesetz 2025 wurde das vorzeitig beendet: Seit 1. April 2025 gilt wieder der Normalsteuersatz von 20 %.

Für Verträge, die vor dem 7. März 2025 abgeschlossen wurden, galt der Nullsteuersatz noch, wenn bis 31. Dezember 2025 geliefert und installiert wurde. Diese Übergangsfrist ist abgelaufen. Für Anlagen, die 2026 errichtet werden, sind 20 % USt fällig (Stand BMF-Seite, letzte Aktualisierung 1. Jänner 2026).

Beim Verkauf des Stroms bist du als Privatperson meist steuerlich entspannt: Laut BMF ist die Einspeisung von bis zu 12.500 kWh im Jahr bei Anlagen bis 35 kWp Engpassleistung und 25 kWp Anschlussleistung einkommensteuerfrei (§ 3 Abs. 1 Z 39 EStG). Bei Umsätzen bis 55.000 € im Jahr greift in der Regel die Kleinunternehmerbefreiung, dann fällt keine Umsatzsteuer an. Im Einzelfall hilft das Finanzamt oder eine Steuerberatung.

Förderung: EAG-Investitionszuschuss 2026

Der Bund fördert PV-Anlagen und Speicher über den Investitionszuschuss nach dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG), abgewickelt von der OeMAG. Eingereicht wird nur online im EAG-Portal und nur während eines Fördercalls. Laut WKO Oberösterreich und Raiffeisen gab es 2026 drei Calls: 23. April bis 11. Mai, 16. bis 30. Juni und 8. bis 22. Oktober 2026. Der dritte Call endet laut Förderkalender am 22. Oktober 2026, also am Tag dieses Stands. Für 2027 sind im Kalender bisher keine Calls eingetragen.

Die Fördersätze 2026 laut Wirtschaftsministerium (BMWET): 150 € pro kWp bis 10 kWp (Kategorie A), 140 € pro kWp über 10 bis 20 kWp (B), höchstens 130 € pro kWp über 20 bis 100 kWp (C). Ein Speicher bekommt 150 € pro kWh, aber nur zusammen mit einer neuen oder erweiterten PV-Anlage. Für Module, Wechselrichter und Speicher mit europäischer Wertschöpfung gibt es je Komponente 10 % Zuschlag. Bedingungen können sich ändern, prüf die aktuelle Seite der EAG-Abwicklungsstelle.

Wichtig: Laut WKO Oberösterreich muss der erste Antrag vor der Inbetriebnahme gestellt werden, mit den Arbeiten darfst du schon vorher beginnen. Bekommst du im Call keine Zusage, weil das Budget aus ist, kannst du dasselbe Projekt grundsätzlich im nächsten Call wieder einreichen. Für 2026 sind im Förderkalender nach Oktober keine Calls mehr eingetragen. Das Ministerium hat am 6. Oktober 2026 ein neues Fördermodell ab 2027 angekündigt, das Speicher und intelligente Steuerung stärker in den Mittelpunkt stellt; Details standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Zusätzlich fördern manche Bundesländer und Gemeinden. Frag bei der Energieberatung deines Landes und am Gemeindeamt nach, bevor du unterschreibst.

Einspeisetarif: was du für Überschussstrom bekommst

Strom, den du nicht selbst verbrauchst, verkaufst du an einen Stromhändler oder an die OeMAG. Die Tarife schwanken stark. Bei Energieversorgern lagen Überschusstarife 2026 je nach Anbieter und Menge etwa bei 2 bis 6 Cent pro kWh, zum Beispiel laut Preisblatt der Linz AG 2,88 Cent bis 5.000 kWh im zweiten Quartal oder bei der Energie Klagenfurt (netto, Vertragsabschlüsse ab 1. August 2026) 6 Cent für die ersten 500 kWh und dann gestaffelt bis 2,50 Cent.

Die OeMAG zahlt den Marktpreis, der jeden Monat im Nachhinein ermittelt wird. Laut OeMAG lag er für PV von Jänner bis September 2026 zwischen 5,72 Cent (März) und 10,17 Cent pro kWh (September). Marktpreisverträge laufen laut OeMAG längstens bis 31. Dezember 2030 und sind nach mindestens zwölf Monaten Einspeisung kündbar.

Rechne deshalb mit Eigenverbrauch statt mit Einspeisung: Jede kWh, die du selbst nutzt, spart dir den vollen Bezugspreis inklusive Netz und Abgaben.

Rechenbeispiel: 10 kWp ohne Speicher

Annahmen: Anlage um 14.000 € brutto, EAG-Zuschuss 1.500 € (10 kWp × 150 €), Ertrag rund 10.000 kWh im Jahr (laut infina rund 1.000 kWh pro kWp, Conversio rechnet bei 5 kWp mit 4.500 bis 5.500 kWh), Eigenverbrauch 30 %, Bezugspreis 0,25 € pro kWh, Einspeisung zu 5 Cent. Alle Werte sind Annahmen, keine Zusage.

Eigenverbrauch: 3.000 kWh × 0,25 € = 750 € Ersparnis. Einspeisung: 7.000 kWh × 0,05 € = 350 €. Zusammen rund 1.100 € pro Jahr. Ziehst du laufende Kosten ab (Richtwert 200 bis 400 € im Jahr, Wartung fällt nicht jedes Jahr an), bleiben grob 700 bis 900 €. Bei 12.500 € Eigenanteil ergibt das eine Amortisation von grob 11 bis 18 Jahren, je nach laufenden Kosten. Laut infina hält eine Anlage meist 20 bis 30 Jahre.

Mit E-Auto oder Wärmepumpe steigt der Eigenverbrauch, die Anlage rechnet sich schneller. Ohne Zuschuss verlängert sich die Rechnung um grob 1,5 bis 2 Jahre. Setz in die Rechnung deinen echten Arbeitspreis von der Jahresabrechnung ein.

Anmeldung beim Netzbetreiber und wer was macht

Für PV-Anlagen bis 20 kW gibt es ein vereinfachtes Verfahren. Laut E-Control-Leitfaden (Stand November 2024, damals nach ElWOG 2010) läuft es in der Regel so, Details kann der Netzbetreiber anders regeln:

  1. 1

    Netzanschluss anzeigen

    Die Anzeige geht über das Portal deines Netzbetreibers, meist erledigt das der Elektrotechniker. Laut E-Control kann der Netzbetreiber den Anschluss nur binnen vier Wochen nach vollständiger Anzeige aus begründeten Sicherheits- oder technischen Gründen verweigern.

  2. 2

    Abnahmevertrag abschließen

    Wenn du Überschuss einspeisen willst, brauchst du in der Regel vor dem Start einen Einspeisevertrag mit einem Stromhändler oder der OeMAG.

  3. 3

    Errichten und Fertigstellung melden

    Laut E-Control ist für die Inbetriebsetzung eine Fertigstellungsmeldung durch ein befugtes Elektrofachunternehmen erforderlich. Schalte die Anlage erst danach ein.

  4. 4

    Zähler und Registrierung

    Der Netzbetreiber richtet die Messung der Einspeisung ein. Die Registrierung in der Herkunftsnachweisdatenbank der E-Control läuft laut E-Control über die Stammdatenmeldung des Netzbetreibers, des Lieferanten oder der OeMAG, nicht über dich selbst.

Angebote einholen

Ein seriöser Betrieb schaut sich Dach und Zählerkasten vor Ort an, bevor er einen Fixpreis nennt. Frag nach Referenzanlagen in deiner Gegend, nach Garantie auf Module und Wechselrichter und wer sich um Netzanmeldung und Förderantrag kümmert.

Wenn du nicht selbst herumtelefonieren willst: beschreib Dach, Verbrauch und Wunschgröße einmal und vergleiche mehrere Angebote von Elektrotechnikern und PV-Betrieben aus deiner Nähe.

Häufige Fragen

›Was kostet eine PV-Anlage mit 10 kWp und Speicher?

Laut Conversio Energie rund 18.000 bis 25.000 € inklusive Montage, vor Förderung. Ohne Speicher sind es dort 12.000 bis 18.000 €. Für 5 kWp mit Speicher nennt Conversio 12.000 bis 18.000 €. Mehr dazu im Artikel zu PV-Anlagen mit Speicher.

›Was kostet eine PV-Anlage für das Einfamilienhaus?

Meist rund 1.000 bis 1.800 € pro kWp schlüsselfertig ohne Speicher laut infina und Conversio. Ein typisches Einfamilienhaus kommt mit 5 bis 10 kWp auf grob 7.000 bis 18.000 €.

›Gibt es 2026 noch 0 % Umsatzsteuer auf Photovoltaik?

Nein. Laut BMF wurde der Nullsteuersatz mit 1. April 2025 beendet, die Übergangsregel für ältere Verträge lief am 31. Dezember 2025 aus. Für Anlagen, die 2026 geliefert und montiert werden, gelten 20 % USt.

›Wie hoch ist die PV-Förderung 2026?

Laut BMWET beträgt der EAG-Investitionszuschuss 2026 150 € pro kWp bis 10 kWp, 140 € pro kWp bis 20 kWp und für Speicher 150 € pro kWh in Kombination mit einer neuen PV-Anlage. Eingereicht wird nur während der Fördercalls im EAG-Portal, der letzte Call 2026 läuft bis 22. Oktober. Bedingungen können sich ändern.

›Wie groß soll meine PV-Anlage sein?

Als Faustregel bringt 1 kWp in Österreich laut infina rund 1.000 kWh im Jahr. Wie groß die Anlage sein soll, hängt von Verbrauch, Dachfläche und Eigenverbrauch ab. Wer eine Wärmepumpe oder ein E-Auto plant, braucht meist mehr Leistung. Lass dir die Größe vom Installateur anhand deines Verbrauchs durchrechnen.

›Lohnt sich ein Speicher?

Er erhöht den Eigenverbrauch deutlich, rechnet sich aber langsamer als die Anlage, laut infina oft erst nach 10 bis 15 Jahren. Er lohnt sich eher bei hohem Abendverbrauch und niedrigen Einspeisetarifen. Ein Speicher lässt sich oft auch später nachrüsten, wenn der Wechselrichter dafür vorbereitet ist.

›Muss ich für die Einspeisung Steuern zahlen?

Als Privatperson in der Regel nicht: Laut BMF sind bis 12.500 kWh Einspeisung im Jahr bei Anlagen bis 35 kWp Engpassleistung (und 25 kWp Anschlussleistung) einkommensteuerfrei, und bis 55.000 € Umsatz greift meist die Kleinunternehmerbefreiung. Bei Sonderfällen hilft das Finanzamt oder eine Steuerberatung.

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Quellen & Stand

Alle Angaben ohne Gewähr: Preise sind unverbindliche Richtwerte, rechtliche Hinweise allgemeine Informationen. Zuletzt geprüft am 22. Oktober 2026. Für deinen Einzelfall frag bei der zuständigen Stelle, einem Anwalt oder Steuerberater nach.

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