Fassade dämmen: Was kostet ein Vollwärmeschutz pro m²?

Ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS, Vollwärmeschutz) kostet in Österreich fertig montiert meist rund 110 bis 200 € pro m² Fassadenfläche, inklusive Gerüst, Dämmplatten, Armierung und Putz. Bei einem Einfamilienhaus mit 150 m² Fassade sind das grob 18.000 bis 30.000 €. Den Sanierungsbonus des Bundes gibt es derzeit nicht, eine neue Förderung ist ab 4. Jänner 2027 angekündigt.
| Leistung | Preis | Einheit |
|---|---|---|
| WDVS komplett, einfache Fassade | 110–150 € | pro m² Fassade |
| WDVS komplett, typisch | 120–200 € | pro m² Fassade |
| Komplexe Fassade oder Premium-Material | ab 200 € | pro m² Fassade |
| Anteil Dämmstoff EPS, 16 cm, verarbeitet | 40–55 € | pro m² |
| Anteil Dämmstoff Mineralwolle, 16 cm, verarbeitet | 50–65 € | pro m² |
| Einfamilienhaus, ca. 150 m² Fassade | 18.000–30.000 € | gesamt, vor Förderung |
Woraus sich der Preis zusammensetzt
Die Dämmplatten selbst sind nur ein Teil der Rechnung. pieno.at schlüsselt einen WDVS-Preis von 120 bis 200 € pro m² so auf: Dämmstoff mit Verarbeitung 40 bis 65 €, Armierung und Putz 25 bis 40 €, Gerüst 10 bis 18 €, Vorarbeiten 5 bis 15 € und Laibungen, Sockel und Details 10 bis 25 € pro m². Laut saniercheck.at machen Gerüst und Arbeitszeit zusammen rund 60 % der Kosten aus.
Eine einfache, rechteckige Fassade ohne viele Fenster liegt unten in der Spanne. Viele Ecken, Erker, Balkone und Fenster treiben den Preis, weil jede Laibung und jeder Anschluss Handarbeit ist.
- Dämmstoff: EPS ist am günstigsten, Mineralwolle teurer und nicht brennbar, Holzfaser laut pieno.at 30 bis 50 % über EPS
- Dämmstärke: mehr Zentimeter kosten wenig mehr Material, Arbeit und Gerüst bleiben gleich
- Untergrund: lose Putzstellen oder Feuchtigkeit müssen vorher saniert werden
- Fensterbänke, Vordächer, Lampen und Leitungen an der Fassade müssen versetzt oder angepasst werden
Wie dick dämmen?
16 cm gelten laut saniercheck.at als wirtschaftlicher Standard, damit erreicht eine typische Wand einen U-Wert von rund 0,21 W/(m²K). 20 cm kommen auf etwa 0,15 W/(m²K) und waren bei Förderungen oft für höhere Stufen nötig. Weniger als 12 cm lag meist unter der Förderschwelle.
Die Mehrkosten für ein paar Zentimeter mehr sind gering, weil Gerüst, Kleber, Armierung und Putz gleich bleiben. Grenzen setzen eher Dachvorsprung, Fensteranschlüsse und der Abstand zur Grundgrenze.
Abstände, Grundgrenze und Bauordnung
Baurecht ist Ländersache, zuständig ist die Gemeinde bzw. der Magistrat. Ob eine Fassadendämmung bewilligungsfrei, anzeigepflichtig oder bewilligungspflichtig ist, hängt vom Bundesland und vom Haus ab. oesterreich.gv.at nennt eine Fassadenrenovierung als Beispiel, das je nach Land ohne Anzeige oder Bewilligung möglich ist. Bei Schutzzonen und Denkmalschutz wird es aufwendiger.
Viele Bauordnungen haben eigene Regeln, damit eine nachträgliche Dämmung nicht an Abständen scheitert. In Wien etwa dürfen laut Bauordnung bei bestehenden Gebäuden Wärmedämmungen bis 20 cm über Fluchtlinien und in Abstandsflächen ragen. Andere Bundesländer regeln das anders.
Davon zu trennen ist der Nachbargrund. Steht dein Haus direkt an der Grundgrenze, würde die Dämmung auf fremden Grund ragen. Das geht in der Regel nur mit Zustimmung des Nachbarn, am besten schriftlich und vor Baubeginn. Alternativ bleibt dort eine dünnere Hochleistungsdämmung oder eine Innendämmung.
Förderung: Stand Oktober 2026
Der Sanierungsbonus des Bundes für Dämmung und Fenster ist laut sanierungsoffensive.gv.at beendet, Anträge waren laut Fachpresse seit Februar 2026 nicht mehr möglich.
Für 2027 ist eine neue Sanierungsoffensive angekündigt: Laut WKO und ORF stehen 321 Millionen Euro für thermische Sanierung bereit, Förderstart ist der 4. Jänner 2027. Laut Fachmagazin TGA sollen Ein- und Zweifamilienhäuser für eine Einzelmaßnahme wie die Außenwanddämmung bis zu 4.000 € bekommen, höchstens 30 % der förderfähigen Kosten. Die endgültigen Richtlinien sollen im Dezember 2026 erscheinen. Dazu kommen Landesförderungen, die sich stark unterscheiden.
Ablauf und Angebote vergleichen
Eine Energieberatung deines Landes hilft bei Dämmstärke und Förderung und ist oft Voraussetzung für Landesförderungen. Danach lässt du die Fassadenfläche aufmessen und holst mehrere Angebote mit gleicher Dämmstärke, gleichem Dämmstoff und gleichem Putz ein, sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen.
Gearbeitet wird am besten bei trockenem Wetter ohne Frost, weil Kleber und Putz sonst nicht richtig abbinden. Wenn du mehrere Angebote willst: Beschreib Fassadenfläche, Zustand und Wunschdämmung einmal und lass Betriebe aus deiner Nähe anbieten, zum Beispiel über goconnecta.
Häufige Fragen
›Was kostet ein Vollwärmeschutz pro m²?
Fertig montiert mit Gerüst, Dämmplatten, Armierung und Putz meist rund 110 bis 200 € pro m² Fassadenfläche. Komplexe Fassaden und Premium-Dämmstoffe liegen darüber.
›Was kostet es, ein Einfamilienhaus zu dämmen?
Bei rund 150 m² Fassade nennen österreichische Ratgeber grob 18.000 bis 30.000 € vor Förderung. Entscheidend sind Fassadenform, Dämmstoff und Region.
›EPS oder Mineralwolle?
EPS ist günstiger, Mineralwolle kostet laut pieno.at rund 10 € pro m² mehr, ist aber nicht brennbar und diffusionsoffener. Lass dir beide Varianten anbieten.
›Darf die Dämmung auf das Nachbargrundstück ragen?
In der Regel nur mit Zustimmung des Nachbarn. Wie weit eine Dämmung in Abstandsflächen ragen darf, regelt die Bauordnung deines Bundeslandes. Frag beim Bauamt nach.
›Gibt es 2026 eine Förderung für die Fassadendämmung?
Vom Bund derzeit nicht, der Sanierungsbonus ist beendet. Ab 4. Jänner 2027 ist eine neue Förderung angekündigt, laut Fachpresse bis 4.000 € für Ein- und Zweifamilienhäuser. Stand Oktober 2026.
Fassade dämmen: Angebote aus deiner Nähe vergleichen
Kennst gerade niemanden, der das kann? Kein Problem: Beschreib einmal, was du brauchst, und wer sich auskennt und Zeit hat, meldet sich mit einem Angebot. Kostenlos, ohne Provision.
„Vollwärmeschutz für ein Einfamilienhaus bei Wiener Neustadt, Baujahr 1972, ca. 160 m² Fassade, 12 Fenster, Putz teilweise rissig. Gewünscht 16 bis 20 cm, Angebot für EPS und Mineralwolle, inkl. Gerüst und Fensterbänke. Umsetzung Frühjahr 2027.“
Kostenlos jemanden findenQuellen & Stand
Alle Angaben ohne Gewähr: Preise sind unverbindliche Richtwerte, rechtliche Hinweise allgemeine Informationen. Zuletzt geprüft am 17. Oktober 2026. Für deinen Einzelfall frag bei der zuständigen Stelle, einem Anwalt oder Steuerberater nach.
- pieno.at: Wärmedämmverbundsystem, Aufbau und Kosten
- saniercheck.at: Fassadendämmung Österreich
- wohnnet.at: Vollwärmeschutz, Preise und Förderung
- oesterreich.gv.at: Bauverfahren
- RIS: Bauordnung für Wien
- Sanierungsoffensive des Bundes: Sanierungsbonus
- TGA: Sanierungsoffensive 2027, Details
- WKO: Sanierungsoffensive 2027
- ORF: Neue Förderung für Dämmen und Heizungstausch


