Elektriker: Was kosten Stundensatz, Anfahrt und typische Arbeiten?

Ein Elektriker verlangt in Österreich meist rund 65 bis 115 € netto pro Stunde, dazu kommt eine Anfahrt von etwa 20 bis 90 €. Kleine Jobs wie eine Lampe oder eine zusätzliche Steckdose landen dadurch oft bei 40 bis 180 €, ein E-Befund für eine Wohnung bei rund 150 bis 700 €. Abends und am Wochenende kann sich der Stundensatz verdoppeln.
| Leistung | Preis | Einheit |
|---|---|---|
| Elektriker, Geselle bis Meister | 65–115 € | pro Stunde, netto |
| Anfahrt | 20–90 €, in Wien teils über 100 € | pauschal |
| Notdienst abends, nachts, Wochenende | 120–200 € | pro Stunde |
| Steckdose nachrüsten oder versetzen | 80–180 € | pauschal |
| Deckenlampe montieren und anschließen | 40–120 € | pauschal |
| FI-Schalter tauschen, ohne Verteilerumbau | ab ca. 90 € | pro Stück |
| E-Befund Wohnung | 150–700 € | pauschal |
| E-Befund Einfamilienhaus | 200–1.400 € | pauschal |
Stundensatz und Anfahrt
Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat im Mai 2025 bei 105 Betrieben Stundensätze für Elektromonteure von 64,80 bis 115,26 € erhoben. Für die Anfahrt bei 10 km lag der Durchschnitt laut AK bei rund 35 €, der höchste Wert bei rund 90 €. Österreichische Preisportale nennen für 2026 ähnliche Spannen: Gesellen etwa 68 bis 85 € netto, Meister 90 bis 115 € netto.
In Wien liegen die Anfahrtspauschalen oft höher. Ein Wiener Elektrobetrieb verrechnet laut eigener Preisliste 110 € Anfahrt innerhalb Wiens, plus Arbeitszeit im 30-Minuten-Takt. Bei kleinen Aufträgen entscheidet deshalb die Anfahrt oft mehr über den Preis als die eigentliche Arbeit.
Typische Arbeiten und was sie kosten
Eine zusätzliche Steckdose oder das Versetzen einer Steckdose kostet laut werkflow.at und fixbuddy.at meist 80 bis 180 €. Wenn dafür Schlitze gestemmt und wieder verputzt werden müssen, wird es mehr. Eine Deckenlampe anschließen kostet meist 40 bis 120 €, je nachdem, ob ein Anschluss schon da ist.
Einen defekten FI-Schalter tauscht ein Wiener Betrieb laut eigener Preisliste ab etwa 90 € zum Festpreis, ein anderer nennt für die Erneuerung der Schutzeinrichtungen ab 180 €. Muss dafür der Verteiler umgebaut oder erneuert werden, liegen die Kosten deutlich höher.
- Steckdose nachrüsten: Leitungsweg und Wandaufbau (Ziegel, Beton, Trockenbau) bestimmen den Aufwand
- Lampe: schwere Leuchten oder Spots in der Decke brauchen mehr Zeit als eine Pendelleuchte
- FI-Schalter: oft löst nicht der FI selbst aus, sondern ein Fehler in einem Gerät oder Stromkreis
- Material: Steckdosen, Schalter und FI kommen meist zum Arbeitspreis dazu
E-Befund: wann du ihn brauchst und was er kostet
Beim E-Befund (Elektrobefund) prüft ein befugter Elektrotechnik-Betrieb die Anlage durch Sichtprüfung und Messungen und dokumentiert das Ergebnis. Typische Anlässe sind Vermietung, Kauf oder Verkauf, eine Renovierung oder die Anfrage einer Versicherung oder Hausverwaltung. Vor Ort dauert das laut Wiener Anbietern meist zwei bis vier Stunden.
Die Preise schwanken stark. Für eine Wohnung nennen österreichische Anbieter zwischen etwa 150 € und 700 €, in Wien liegen viele Angebote bei 270 bis 650 €. Entscheidend sind die Zahl der Stromkreise und Verteiler, nicht nur die Fläche. Einfamilienhäuser kosten mehr, Wiener Anbieter nennen bis zu 1.400 €.
Notdienst: was abends und am Wochenende dazukommt
Außerhalb der Geschäftszeiten verlangen Elektriker laut Preisportalen Zuschläge von 50 bis 100 % auf den Stundensatz, also rund 120 bis 200 € pro Stunde. Ein Wiener Betrieb nennt für einen Einsatz von 60 Minuten am Abend oder Wochenende inklusive Anfahrt 390 €.
Echte Notfälle sind ein Kurzschluss, der sich nicht zurücksetzen lässt, Brandgeruch oder ein Stromausfall ohne erkennbaren Grund. Fällt nur ein Stromkreis aus, ist es oft günstiger, die betroffene Sicherung ausgeschaltet zu lassen und am nächsten Werktag einen Termin zu machen.
Wer an die Elektroinstallation darf
Elektrotechnik ist laut Gewerbeordnung (§ 94 Z 16 GewO) ein reglementiertes Gewerbe. Ein Betrieb braucht dafür eine Gewerbeberechtigung, die einen Befähigungsnachweis voraussetzt. Arbeiten an der festen Installation, also an Leitungen, Steckdosen, Verteiler und FI, gehören deshalb zu einem befugten Elektrotechnik-Betrieb.
Als Stand der Technik für Niederspannungsanlagen gilt heute die Norm OVE E 8101, die in der Elektrotechnikverordnung 2020 kundgemacht ist. Die ältere Normenreihe ÖVE/ÖNORM E 8001 ist dort nicht mehr gelistet. Lass dir bei neuen Arbeiten bestätigen, nach welcher Norm geprüft und dokumentiert wurde.
Einen Kostenvoranschlag muss ein Verbraucher laut WKO nur bezahlen, wenn vorher ausdrücklich darauf hingewiesen wurde. Wenn du es machen lässt, beschreib den Auftrag einmal genau und vergleich mehrere Angebote, zum Beispiel über goconnecta.
Häufige Fragen
›Was kostet ein Elektriker pro Stunde in Österreich?
Meist rund 65 bis 115 € netto, je nach Region und ob Geselle oder Meister kommt. Die AK Oberösterreich hat 2025 Sätze von 64,80 bis 115,26 € erhoben. Dazu kommen Anfahrt und 20 % USt.
›Was kostet es, eine Steckdose setzen zu lassen?
Für eine zusätzliche oder versetzte Steckdose nennen Preisportale meist 80 bis 180 €. Wenn gestemmt und verputzt werden muss, wird es teurer.
›Was kostet ein E-Befund für eine Wohnung?
Je nach Anbieter und Zahl der Stromkreise meist 150 bis 700 €, in Wien häufig 270 bis 650 €. Hol zwei bis drei Angebote ein und frag, was enthalten ist.
›Wie hoch ist der Notdienstzuschlag beim Elektriker?
Meist 50 bis 100 % auf den normalen Stundensatz, also rund 120 bis 200 € pro Stunde, plus Anfahrt. Frag am Telefon nach dem Gesamtpreis für die erste Stunde.
›Darf ich eine Lampe selbst anschließen?
Viele tun das bei einem vorhandenen Anschluss. Wichtig ist: Sicherung aus, Spannungsfreiheit prüfen, Drähte richtig verbinden. Arbeiten an Leitungen, Steckdosen oder im Verteiler gehören zum befugten Elektriker.
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„Elektriker für mehrere Kleinarbeiten in einer 3-Zimmer-Wohnung in Graz: zwei zusätzliche Steckdosen im Wohnzimmer (Ziegelwand), zwei Deckenlampen anschließen, FI löst gelegentlich aus. Termin unter der Woche, gerne alles an einem Tag.“
Kostenlos jemanden findenQuellen & Stand
Alle Angaben ohne Gewähr: Preise sind unverbindliche Richtwerte, rechtliche Hinweise allgemeine Informationen. Zuletzt geprüft am 17. Oktober 2026. Für deinen Einzelfall frag bei der zuständigen Stelle, einem Anwalt oder Steuerberater nach.
- tips.at: AK Oberösterreich, Preisunterschiede bei Elektromonteuren (Mai 2025)
- werkflow.at: Elektriker Kosten Österreich 2026
- fixbuddy.at: Was kostet ein Elektriker
- elektro-zentrum.at: Preise Elektriker Wien
- gecheckt.at: Kosten E-Check
- flarent.at: E-Befund Wien, Kosten und Ablauf
- ada-elektro.at: FI-Schalter tauschen Wien
- RIS: Gewerbeordnung § 94 (reglementierte Gewerbe)
- WKO: Zugang zum Gewerbe Elektrotechnik
- forum-media.at: Elektrotechnikverordnung 2020 verlautbart
- WKO: Kostenvoranschlag gegenüber Verbrauchern


