Bad renovieren und Badezimmer sanieren: Ablauf, Dauer und Kosten in Österreich

Aktualisiert am 22. Oktober 2026 10 Min. Lesezeit
Handwerker spachtelt bei einer Badrenovierung die Wände
Foto: DΛVΞ GΛRCIΛ / Pexels

Ein Bad komplett zu sanieren kostet in Österreich laut daibau.at grob 900 bis 3.500 € pro m² Badfläche, je nach Ausstattung und Zustand der Leitungen; ein Wiener Installationsbetrieb nennt für Wien eher 2.000 bis 3.000 € pro m². Die übliche Reihenfolge beim Badezimmer umbauen: Planung, Abbruch, Installateur und Elektriker, Estrich und Abdichtung, Fliesenleger, Sanitärmontage, Maler. Die Dauer reicht von einem Tag für den Tausch einzelner Objekte bis zu rund einem Monat für ein ganzes Bad (laut wohnnet.at).

Vor der ersten Anfrage klären

  • Grundriss mit Maßen: Länge, Breite, Raumhöhe, Lage von Fenster, Tür und Steigleitung
  • Teilsanierung oder Komplettsanierung: bleiben Leitungen und Fliesen, oder kommt alles raus?
  • Wanne, Dusche oder beides; bodenebene Dusche ja oder nein
  • Wand-WC mit Vorwand oder Stand-WC; Waschtisch mit Unterschrank
  • Neue Steckdosen, Licht, Lüfter, Handtuchheizkörper oder Fußbodenheizung
  • Barrierefreiheit jetzt oder später nachrüstbar (Türbreite, Haltegriffe, Duschsitz)
  • In Miete oder Wohnungseigentum: Zustimmung von Vermieter oder Eigentümergemeinschaft
  • Budget mit Reserve für Überraschungen beim Abbruch, etwa morsche Leitungen oder feuchten Estrich
  • Ersatz-WC und Dusche für die Bauzeit organisieren
Richtwerte Badsanierung in Österreich
LeistungPreisEinheit
Komplettsanierung, je nach Ausstattung900–3.500 €pro m² Badfläche
Komplettsanierung gesamt, kleines bis großes Bad5.000–40.000 €pauschal
Alte Fliesen abschlagen15–60 €pro m²
Fliesen verlegen, nur Arbeit40–100 €pro m²
Wasser- und Abflussleitungen erneuern, kleines Bad800–1.500 €pauschal
Elektroinstallation im Bad700–3.500 €pauschal
Dusche mit Armatur, Material1.000–4.500 €pro Stück
Dusche montieren600–950 €pauschal
Wand-WC mit Unterputzspülkasten montieren500–800 €pauschal
Richtwerte ohne Gewähr, Stand Oktober 2026. Quellen: daibau.at (2026), wohnnet.at (2021) und herold.at (2019 bis 2022). Die älteren Werte liegen durch die Teuerung heute eher am oberen Ende. Ob USt enthalten ist, weisen die Quellen nicht einheitlich aus. Ein deutscher Ratgeber (immoportal) nennt ähnliche Spannen und diente nur als Gegencheck.

Die Reihenfolge der Gewerke

Bei der Badsanierung arbeiten fünf bis sechs Gewerke im selben kleinen Raum. Wer die Reihenfolge durcheinanderbringt, zahlt doppelt: eine Leitung, die nach dem Fliesen dazukommt, heißt Fliesen wieder abschlagen.

Wichtig ist, dass Installateur und Elektriker zweimal kommen: einmal für die Rohinstallation vor dem Fliesenleger und einmal für die Fertigmontage danach.

  1. 1

    Planung und Angebote

    Grundriss zeichnen, Objekte platzieren, Angebote einholen. Lass dir die Positionen einzeln aufschlüsseln: Abbruch, Installation, Elektro, Abdichtung, Fliesen, Montage. Nur so kannst du vergleichen.

  2. 2

    Abbruch und Entsorgung

    Wasser absperren, Sanitärobjekte abmontieren, Fliesen und eventuell Estrich herausstemmen, Bauschutt entsorgen. Rechne mit ein bis zwei Tagen.

  3. 3

    Rohinstallation Installateur

    Neue Wasser- und Abflussleitungen, Vorwandelemente für WC und Waschtisch, Bodenablauf für die Dusche. Die Leitungen werden vor dem Verschließen auf Dichtheit geprüft.

  4. 4

    Rohinstallation Elektriker

    Leitungen für Licht, Steckdosen, Spiegel, Lüfter und Heizkörper. Im Bad gelten eigene Schutzbereiche rund um Wanne und Dusche, das plant der Elektriker.

  5. 5

    Estrich, Putz und Abdichtung

    Wände verputzen oder spachteln, bei der bodenebenen Dusche das Gefälle herstellen, dann die Verbundabdichtung mit Dichtbändern in Ecken und an Rohrdurchführungen. Die Abdichtung braucht Trocknungszeit, ein neuer Estrich deutlich länger.

  6. 6

    Fliesenleger

    Wand und Boden fliesen, verfugen. Bei normalen Formaten sind zwei bis drei Tage üblich, Großformate dauern länger.

  7. 7

    Fertigmontage Sanitär und Elektro

    WC, Waschtisch, Armaturen, Duschwand, Heizkörper montieren, Schalter, Steckdosen und Leuchten setzen.

  8. 8

    Maler und Silikon

    Nicht geflieste Flächen streichen, am Schluss die Silikonfugen ziehen. Silikon braucht ein paar Tage, bis es ganz ausgehärtet ist; bis dahin vorsichtig duschen.

Teilsanierung oder Komplettsanierung

Bei einer Teilsanierung bleiben Leitungen und meist auch die Fliesen. Getauscht werden einzelne Objekte: WC, Waschtisch, Wanne gegen Dusche, Armaturen. Das geht oft in wenigen Tagen und kostet die Summe der einzelnen Positionen, also Material plus Montage.

Komplett saniert wird, wenn Leitungen alt sind (verzinkte Eisenrohre, Bleirohre im Altbau), Fliesen hohl klingen oder es schon Feuchteschäden gab. Dann geht alles bis auf den Rohbau zurück. Die Kosten pro m² fallen bei kleinen Bädern höher aus, weil die teuren Positionen wie Installation und Elektro unabhängig von der Fläche anfallen.

Für ein komplett saniertes Bad ist als Richtwert rund ein Monat realistisch, bei großen Bädern oder neuem Estrich auch mehr.

Wie lange dauert eine Badsanierung?

Das hängt vom Umfang ab. Laut wohnnet.at solltest du für ein komplett renoviertes Bad rund einen Monat einplanen, daibau.at spricht bei einem großen Bad von mehr als einem Monat. Ein Wiener Installationsbetrieb (Hochstern, Stand Oktober 2026) nennt für eine Komplettsanierung typisch ein bis drei Wochen. Die Spanne ist groß, weil Trocknungszeiten, Lieferzeiten für Fliesen und Sanitärobjekte und die Terminlage der einzelnen Gewerke mitspielen.

Bei Teilsanierungen geht es schneller. Derselbe Betrieb gibt für Armatur und WC tauschen etwa einen Tag an, für den Umbau einer Wanne zur Dusche ein bis drei Tage, für eine neue Verfliesung drei bis fünf Tage und für eine bodenebene Walk-in-Dusche rund drei Tage. Das sind Angaben eines einzelnen Anbieters, nimm sie als Richtwert.

Badezimmer sanieren in Wien: was im Altbau anders ist

Für Wien nennt ein Installationsbetrieb (Hochstern, Stand Oktober 2026, Richtwerte inklusive USt, Besichtigung vorausgesetzt) für ein kleines Bad mit 4 bis 6 m² in Standardausstattung 12.000 bis 18.000 €, für ein mittleres Bad mit 7 bis 10 m² 18.000 bis 25.000 €. Das sind grob 2.000 bis 3.000 € pro m² und liegt damit im oberen Bereich der Spanne von daibau.at. Es ist die Angabe eines einzelnen Anbieters, kein Marktdurchschnitt.

Im Wiener Altbau machen laut demselben Betrieb alte Leitungen, Holzbalkendecken und schiefe Wände Abdichtung und Gefälle aufwendiger. Dazu kommt der Transport von Schutt und Material über das Stiegenhaus. Der Betrieb empfiehlt einen Puffer von etwa 10 bis 15 % für Unvorhergesehenes. Das passt zu dem, was auch die Checkliste oben sagt: Rechne mit Überraschungen hinter den Fliesen.

Teilarbeiten gibt es laut derselben Seite ab folgenden Preisen: Armatur und WC erneuern ab 800 €, Badewanne zur Dusche umbauen ab 1.500 €, Neuverfliesung ab 2.500 €, bodenebene Walk-in-Dusche mit Glasabtrennung ab 4.500 €. Das sind Ab-Preise, der tatsächliche Preis hängt vom Zustand ab. Ein anderer Wiener Betrieb (Die Bäderei, Preise ohne USt, Schätzung ohne Bindung) nennt für den Austausch von Wanne oder Dusche ab 4.500 € und für eine Dusch- oder Wannensanierung inklusive Wandflächen und Installationen ab 6.900 €. Die beiden Betriebe verstehen unter dem Umbau offenbar Unterschiedliches, vergleiche deshalb immer die Leistungsbeschreibung, nicht nur die Zahl.

Bodenebene Dusche: worauf es ankommt

Eine bodenebene Dusche braucht Platz nach unten. Unter den Fliesen müssen Ablauf, Gefälle und Abdichtung untergebracht werden. Im Neubau ist das eingeplant, im Altbau fehlt oft die Aufbauhöhe, dann muss der Estrich aufgestemmt oder der Ablauf in die Wand verlegt werden.

Lass den Installateur vor der Entscheidung prüfen, wo das Abflussrohr liegt und wie viel Gefälle bis zur Steigleitung möglich ist. Eine Duschrinne an der Wand ist bei großen Fliesen einfacher zu verlegen als ein Punktablauf in der Mitte.

Die Abdichtung ist bei dieser Dusche der heikelste Punkt, weil das Wasser direkt auf den Boden läuft. Planung und Ausführung von Fliesenarbeiten samt Verbundabdichtung beschreibt in Österreich die ÖNORM B 3407 (Ausgabe 2026). Frag im Angebot nach, ob die Abdichtung als eigene Position drinsteht.

Barrierefreies Bad und Förderungen

Barrierefrei heißt im Bad vor allem: Dusche ohne Stufe, rutschhemmender Boden, Haltegriffe, Duschsitz, unterfahrbarer Waschtisch und eine Tür, die nach außen aufgeht. Die Wiener Förderstellen ziehen dafür die ÖNORM B 1600 heran. Viele Länder fördern solche Umbauten; die Bedingungen unterscheiden sich stark.

Wien, barrierefreie Maßnahmen (laut Merkblatt der Stadt Wien, Ausgabe März 2025): 75 % der anerkannten Kosten als Zuschuss, anerkannt werden höchstens 15.000 € brutto, also maximal 11.250 €. Voraussetzung ist ein Behindertenpass oder Pflegegeld ab Stufe 3. Der Duschplatz muss bodeneben sein, der Boden mindestens R10 rutschhemmend.

Wien, altersgerechter Umbau (laut Merkblatt, Ausgabe Jänner 2026): für Personen ab 60 unter einer Einkommensgrenze, das Gebäude muss mindestens 20 Jahre alt sein. 50 % der anerkannten Kosten von 3.000 bis 15.000 €, also maximal 7.500 €. Ein Beratungsgespräch im Info-Point für Wohnungsverbesserung ist Pflicht. In beiden Wiener Programmen zählen Eigenleistungen und bloße Materialkosten nicht, Angebote müssen in Einzelpositionen aufgeschlüsselt sein.

Steiermark, Barrierefreies und altengerechtes Wohnen (laut Förderungsrichtlinie, Stand Jänner 2025): 30 % der anerkannten Kosten, anerkannt werden bis 30.000 € je Wohnung, bei mindestens 80 % Erwerbsminderung oder ab Pflegestufe 4 bis 50.000 €. Mindestens 3.000 € Kosten, Ausführung durch befugte Firmen. Beantragt wird nach Fertigstellung, spätestens zwei Jahre nach der ältesten Rechnung.

In den anderen Bundesländern läuft das über die Wohnbauförderung des Landes. Frag dort vor dem Auftrag nach, welche Unterlagen du brauchst.

Was du selbst machen kannst und was nicht

Eigenleistung spart vor allem Stunden. Sinnvoll sind Arbeiten ohne Haftungsrisiko, bei denen ein Fehler nicht teuer wird.

  • Gut selbst machbar: Sanitärobjekte abmontieren, nachdem der Installateur das Wasser abgesperrt hat; Fliesen abschlagen; Bauschutt entsorgen; nicht geflieste Wände streichen; Silikonfugen erneuern.
  • Mit Erfahrung: Fliesen verlegen, wenn die Abdichtung ein Profi macht. Anleitung dazu im Ratgeber zum Fliesenverlegen.
  • Nicht selbst: Elektroinstallation. Im Bad mit Wasser und Schutzbereichen gehört das in die Hand eines befugten Elektrotechnikers, der die Anlage auch prüft.
  • Nicht selbst: alles an Gasleitungen und Gasthermen. Das ist Sache eines befugten Installateurs.
  • Nicht selbst: die Abdichtung. Ein Fehler zeigt sich oft erst Monate später beim Nachbarn unten, und dann haftet niemand außer dir.

Angebote richtig vergleichen

Pauschalpreise wie "Bad komplett 15.000 €" sind kaum vergleichbar. Bitte jeden Betrieb um dieselben Positionen mit Menge und Einheit: m² Fliesen, m² Abdichtung, Stück Sanitärobjekte, Stunden für Regiearbeiten. Prüf, ob Abbruch, Entsorgung, Spachteln und Silikon enthalten sind; genau diese Posten fehlen oft.

Wenn du es lieber machen lässt: beschreib dein Bad einmal mit Maßen und Fotos und vergleiche mehrere Angebote von Betrieben aus deiner Nähe. Ein Installateur, der Fliesenleger und Elektriker mitorganisiert, nimmt dir die Koordination ab, schlägt dafür aber meist etwas auf.

Häufige Fragen

›Was kostet eine Badsanierung pro m²?

Laut daibau.at rund 900 bis 3.500 € pro m² Badfläche bei einer Komplettsanierung. Ein Wiener Installationsbetrieb rechnet für Wien mit etwa 2.000 bis 3.000 € pro m² (Stand Oktober 2026). Kleine Bäder sind pro m² meist teurer.

›Was kostet eine Badsanierung in Wien?

Für ein kleines Bad mit 4 bis 6 m² nennt ein Wiener Installationsbetrieb in Standardausstattung 12.000 bis 18.000 €, für 7 bis 10 m² 18.000 bis 25.000 € (Richtwerte inklusive USt, Stand Oktober 2026). Im Altbau kann es mehr werden, plan einen Puffer von 10 bis 15 % ein.

›Was kostet ein 5-m²-Bad komplett neu?

Mit 900 bis 3.500 € pro m² landest du bei rund 4.500 bis 17.500 €. Kleine Bäder sind pro m² eher teuer, weil Installation und Elektro unabhängig von der Fläche anfallen. Alte Leitungen und eine bodenebene Dusche treiben den Preis nach oben.

›Wie lange dauert eine Badrenovierung?

Für ein komplett renoviertes Bad nennt wohnnet.at rund einen Monat, ein Wiener Installationsbetrieb typisch ein bis drei Wochen. Große Bäder oder ein neuer Estrich dauern länger. Ein Tausch einzelner Objekte ohne neue Fliesen geht oft in ein bis drei Tagen.

›Was ist der Unterschied zwischen Badezimmer renovieren und sanieren?

Im Alltag werden die Wörter meist gleich benutzt. Gemeint ist oft: renovieren heißt auffrischen (neue Fliesen, Armaturen, Objekte), sanieren heißt, auch Leitungen, Abdichtung und Estrich in Ordnung bringen. Wichtig fürs Angebot ist nicht das Wort, sondern was genau drinsteht: bleiben die Leitungen oder nicht?

›Wer koordiniert die Handwerker?

Entweder du selbst, dann brauchst du einen genauen Zeitplan, oder ein Betrieb übernimmt das als Generalunternehmer, meist der Installateur. Das kostet einen Aufschlag, spart aber Leerlauf und Streit über Zuständigkeiten.

›Kann ich die Fliesen über die alten Fliesen kleben?

Manchmal, wenn die alten Fliesen fest sitzen, eben sind und die Aufbauhöhe passt. Für Leitungen, Abdichtung und eine bodenebene Dusche musst du aber ohnehin bis auf den Untergrund. Das entscheidet der Fliesenleger nach einer Prüfung vor Ort.

›Gibt es eine Förderung für ein barrierefreies Bad?

Ja, in vielen Bundesländern. Wien zahlt laut den Merkblättern der Stadt je nach Programm bis zu 11.250 € oder bis zu 7.500 €, die Steiermark laut Richtlinie 30 % der anerkannten Kosten (Stand Oktober 2026). Bedingungen und Ablauf sind je Land verschieden, frag vor dem Auftrag bei der Wohnbauförderung nach.

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Quellen & Stand

Alle Angaben ohne Gewähr: Preise sind unverbindliche Richtwerte, rechtliche Hinweise allgemeine Informationen. Zuletzt geprüft am 22. Oktober 2026. Für deinen Einzelfall frag bei der zuständigen Stelle, einem Anwalt oder Steuerberater nach.

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